„Anleihen aus Schwellenländern bringen nicht mehr viel Rendite“, stand neulich noch bei Dasinvestment.com in der Unterzeile eines Beitrags. Nun behauptet Michael Vander Elst, Co-Manager des DPAM L Bonds Emerging Markets Sustainable in einem Marktkommentar das Gegenteil.


Das verlangsamte globale Wachstum, ungewöhnliche Geldpolitiken der Zentralbanken in den Industrieländern, sowie geringe Volatilitäten der Devisen, hätten die Renditen von Staatsanleihen der Schwellenländer seit dem letzten Quartal in vergangenen Jahr steigen lassen. „Mit dem Ziel, das Wachstum anzukurbeln, haben viele Zentralbanken der Emerging Markets, wie zuletzt zum Beispiel in Russland, Serbien, Südafrika, Südkorea und der Türkei, die Gelegenheit für Leitzinssenkungen genutzt. Diese Entwicklung könnte nun zu einem Ende kommen“, so Elst.


Wachstum durch Zinssenkung "immer schwerer"


Als Hauptgrund führt Elst den trumpianischen Handelskrieg gegen chinesische Waren an, die - sofern man dem US-Präsidenten glauben mag - bald im Wert von 300 Milliarden US-Dollar besteuert würden. In Folge dessen stürzte die chinesische Währung ab, was zu einem Ausverkauf der Schwellenländerdevisen führte. „In einem sich abschwächenden Währungsumfeld wird es für die Zentralbanken der Emerging Markets immer schwieriger, das Wachstum durch Zinssenkungen anzukurbeln, insbesondere in Ländern, in denen sich die Devisenabwertung auf die Inflation durchschlägt“, so Elst. Das Fenster einer lockeren Geldpolitik könne sich in den Schwellenländern also bald schließen.


Dieses Umfeld der schlechten Devisen fördere Schuldtitel aus den Emerging Markets. Im Gegensatz zu weltweiten Anleihen, blieben die Realzinsen der Schwellenländeranleihen auf Basis aktueller Bewertungen noch „auf einem attraktivem Niveau“.  


„Vor dem Hintergrund der global weiter sinkenden Zinsen bleiben wir für Anleihen der Schwellenländer nach wie vor positiv eingestellt, sind jedoch zunehmend vorsichtig im Hinblick auf deren Währungen“, warnt Elst und spricht sich für eine aktive Titelauswahl aus. Hohe Bewertungen, wie derzeit in Costa Rica, unsichere Schuldentwicklungen, wie in Argentinien oder Brasilien, seien derzeit mit Vorsicht zu betrachten.


Schwellenländer-Anleihen-Fonds


Bei FondsDISCOUNT.at finden Sie zahlreiche Anleihen-Fonds, die in Wertpapiere aus Schwellenländern investieren. Zahlreiche gibt es ohne den branchenüblichen Ausgabeaufschlag zu erwerben.


DPAM L Bonds Emerging Markets Sustainable A (ISIN: LU0907927171)


Der 1,8 Milliarden Euro große Fonds investiert in fest oder variabel verzinsliche Anleihen oder sonstige Schuldtitel – etwa: ewige Anleihen, inflationsgebundene Anleihen, Nullcouponanleihen, Credit Linked Notes, Fiduciary Notes mit festen oder variablen Zinsen und auf verschiedenste Währungen lautend. Diese werden von Schwellenländern oder von internationalen Organisationen öffentlich-rechtlichen Charakters ausbegeben und sind nach ESG-Kriterien ausgewählt. Dazu zählen auch politisch und sozialökonomisch vertretbare Regierungssysteme. Die laufenden Kosten des Fonds betragen sich auf 1,08 Prozent im Jahr. Der Fonds wurde 2013 aufgelegt und ist sparplanfähig.


Pictet - Global Emerging Debt-P USD (ISIN: LU0128467544)


Mindestens zwei Drittel des 3,3 Milliarden US-Dollar großen Fonds-Vermögens werden in ein diversifiziertes Portfolio mit Anleihen und anderen Forderungswertpapieren investiert, die von nationalen oder lokalen Regierungen von Schwellenländern und/oder anderen in Schwellenländern ansässigen Emittenten begeben oder garantiert werden. Derweil hält das Sondervermögen zu mehr als ein Drittel Anleihen mit dem Rating B und etwas mehr als ein Viertel mit dem Rating BBB. Der Fonds wurde 1999 aufgelegt und ist sparplanfähig. Die laufenden Kosten betragen 1,39 Prozent im Jahr.


Candriam Bonds Emerging Markets C (ISIN: LU0083568666)


Der Fonds legt mindestens zwei Drittel seines aktuell 2,6 Milliarden US-Dollar großen Vermögens in Zinspapiere aus Schwellenländern an. Um die Wechselkursrisiken im Portfolio zu verringern, sind die Wertpapiere, in denen das Portfolio anlegt, in erster Linie in den Währungen der wirtschaftlich entwickelten Länder emittiert. Der Fonds kann zur Absicherung oder zur Verfolgung seiner Anlageziele Geschäfte mit den Devisen der Schwellenländer durchführen. Knapp die Hälfte der Rentenpapiere im Portfolio sind mit dem Rating B (hochspekulativ) gekennzeichnet. Der Fonds verlangt 1,3 Prozent jährliche Kosten, wurde 1998 aufgelegt und ist sparplanfähig.