Nachhaltigkeit ist in der Finanzbranche in aller Munde. Aber wo die Nachhaltigkeit auf zufällig und repräsentativ ausgewählte Bürger trifft, zeigen sich Wissenslücken auf. Aus Verbraucherschutzzwecken startete die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eine Umfrage mit 1.000 Teilnehmern. 60 Prozent der Befragten kannten den Begriff „nachhaltige Geldanlage“ gar nicht.


Zur Erinnerung: Statt wie der gewöhnlichen Kriterien, wie Rentabilität und Risiko, bringen nachhaltige Geldanlagen auch Gesichtspunkte wie Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung – die sogenannten ESG-Kriterien – mit in die Bewertung einer Anlage. Nur 38 Prozent der Antwortgeber hatten diesen Begriff überhaupt schon einmal gehört. Zwei Prozent können sich nicht erinnern.


Verzerrtes Wissen


Nun gaben die Marktforscher den Befragten konkrete Sätze vor, wie etwa: „Nachhaltige Geldanlagen dienen ausschließlich dem Umweltschutz.“ Dem stimmten gut ein Viertel aller Befragten zu. Bei der Frage ob die Aktie eines Herstellers für Bio-Kleidung nachhaltig sei, obwohl Kinder beschäftigt werden, antwortete jeder Fünfte mit „Weiß nicht“ und 22 Prozent mit „Stimme zu“. Erst als dann die Aussage kam, dass nachhaltige Geldanlagen neben den Umweltaspekten auch gezielt auf Produktionsbedingungen und werteorientiertes Management setzen, stimmten dem 71 Prozent der Befragten zu.


Außerdem wurden die Teilnehmer nach den wichtigsten Aspekten bei der Gestaltung nachhaltiger Geldanlagen gefragt. Also solche wie Klimaschutz (52 Prozent) oder Menschenrechte (48 Prozent). Es waren Mehrfachnennungen möglich. So gaben auch 41 Prozent an, dass Armut und Hunger zu bekämpfen, wichtige Themen nachhaltiger Geldanlagen seien. Nur beachtliche 26 Prozent, also knapp jeder Vierte, fand es wichtig korrupte Staaten und Unternehmen auszuschließen. Mit 23 Prozent folgten Investitionen in Unternehmen, die Arbeitsrechte einhalten.


Investieren und sich gut fühlen


Ein weiterer Eckpunkt der Befragung zielte auf die Investitionsbereitschaft und die persönliche Einstellung der Teilnehmer ab. Mehr als ein Drittel gaben an trotz geringerer Rendite gerne nachhaltig investieren zu wollen. Aber nur 18 Prozent waren bereit dafür ein höheres Risiko einzugehen. Doch fast die Hälfte (41 Prozent) war überzeugt: „Ich glaube, dass nachhaltige Geldanlagen langfristig eine bessere Rendite sichern“, so die vorgegebene These.


Immer noch stünden die ökonomischen Aspekte im Vordergrund. Und das bei mehr als drei Viertel der Befragten, schreibt die BaFin. So seien geringeres Risiko (37 Prozent), freie Verfügbarkeit (23 Prozent) und hohe Renditen (17 Prozent) die oberste Maxime bei einer Investition. Nur knapp ein Viertel gaben als höchste Prioritäten umweltbezogene (9 Prozent), soziale (7 Prozent) oder ethische Aspekte (7 Prozent) an.


Nachhaltigkeitsfonds bei FondsDISCOUNT.at


Bei FondsDISCOUNT.at gibt es zahlreiche nachhaltige Fonds – unter anderem mit dem Siegel des Forums für nachhaltige Geldanlagen (FNG). Diese sind ohne Ausgabeaufschlag zu erwerben.


ERSTE RESPONSIBLE STOCK GLOBAL (T) (ISIN: AT0000646799)


Bei dem 2003 aufgelegten Fonds bewertet das Fondsmanagement ihre Kaufentscheidungen nach nachhaltig-ethischen Prinzipien. Derzeit ist der Fonds hauptsächlich in den USA investiert und hat ein Volumen von 196 Millionen Euro. Laufende Kosten betragen sich auf 1,76 Prozent im Jahr. Der Fonds ist sparplanfähig.


PRIMA - Global Challenges A (ISIN: LU0254565053)


Der Fonds zählt bei FondsDISCOUNT.at zu den Publikumslieblingen. Es werden ausschließlich Aktien von Unternehmen, aus dem Global Challenges Index der BÖAG Börsen AG ins Portfolio gekauft. Daneben sind auch Anlagen in Geldmarktinstrumente, Festgelder, und Derivate zu Absicherungszwecken möglich. Der Fonds wurde 2006 aufgelegt und hält ein Fondsvermögen von 69 Millionen Euro. Zudem ist der Fonds sparplanfähig. Laufende Kosten betragen 2,35 Prozent.


Nordea 1 - Emerging Stars Equity Fund BP-USD (ISIN: LU0602539602)


Der 2 Milliarden US-Dollar reiche Fonds wurde 2011 aufgelegt und ist sparplanfähig. Investiert wird zu zwei Dritteln in weltweite Schwellenländer. Die Werte haben sich in Sachen nachhaltigem Management verdient gemacht. Vorne dabei ist Tencent, Alibaba und Samsung. Somit führt China die Länder-Allokation an. Der Fonds ist sparplanfähig.