Hört, hört! Das Analysehaus Morningstar, unter der Feder von Chefredakteur Ali Marsawah, spricht sich in einem jüngsten Beitrag gegen ETFs und für aktive Fonds aus. Das ist ungewöhnlich für die Rating-Agentur. Gewöhnlich schneiden aktive Fonds in deren Analysen schlechter ab. Dafür wurde Morningstar in der Vergangenheit schon von zahlreichen Experten kritisiert. Doch im jüngsten Bericht scheint die Tradition der Einseitigkeit etwas gebrochen. Die Fonds-Bewerter haben sich Kategorien herausgepickt, in denen die passiven Indexfolger ihrer Meinung nach oft das Nachsehen hatten. So seien zum Beispiel ETFs auf vietnamesische Aktien in 90 Prozent aller Fälle schlechter gewesen, als ihre aktiven Konkurrenten.


Viele der in Europa zum Vertrieb zugelassenen ETFs in den von Morningstar untersuchten Kategorien, weisen eine Bewertung von 2,8 bis 1,0 auf. Morningstar vergibt Bewertungen bis zu 5 Sternen. Viele der Kategorien, die schlecht abschnitten, weisen überhaupt nur ein bis zwei ETFs auf, da es in dieser Kategorie schlichtweg nicht mehr gibt. So hat zum Beispiel die Vietnam-Kategorie nur einen ETF, der mit einer miserablen Morningstar-Bewertung von 1,0 Punkten versehen wurde. Viel besser wird’s nicht auf dem zweiten Platz – Kategorie CHF Bond – Short Term: Bei zwei vorhandenen ETFs, vergibt die Rating-Agentur eine durchschnittliche Bewertung von 1,5 Punkten. Ebenso desaströs wirkt der dritte Platz in diesem Schlechtesten-Ranking. In der Kategorie Greece Equity wurden zwei ETFs zusammengefasst. Durschnittsrendite auf Fünf-Jahres-Sicht: - 20,76 Prozent!


Ähnlich schlechte Kategorien sind auf Aktien lautende Asia Ex-Japan Small/Mid-Cap, Schweden Small und Mid-Cap, UK Small-Cap, Japan Small/Mid-Cap und Indien, um einige zu nennen. Es zeichnet sich also ab, dass je enger der Fokus gefasst wird, die aktiven Manager Vorteile haben. Auch in großen und aufstrebenden Märkten wie China, wo Morningstar 13 ETFs zusammenfasste, erreichten diese nur ein durchschnittliches Rating von 2,6 Punkten und auf Fünf-Jahres-Schnitt gesehen eine durchschnittliche Rendite von miserablen -16,59 Prozent.


Wo aktive Manager punkten


Die Gründe hierfür können unterschiedlich ausfallen. So spricht Marsawah bezüglich der zweitschlechtesten Kategorie, der Schweizer Kurz-Renten, etwa davon, dass aktive Manager in schlechten Phasen flexibler handeln könnten. „In Zeiten niedrigster Zinsen haben aktive Manager durch die Beimischung längerer Laufzeiten einen Performance-Vorteil erzielt“, schreibt Marsawah. Außerdem seien aktive Rentenfonds auf Schweizer Anleihen ohnehin relativ günstig. ETFs hätten somit kaum Kostenvorteile – ein stets wichtiger Punkt in Morningstar-Analysen.


Marsawah erklärt in Bezug auf die anderen Kategorien das Phänomen mit der Ineffizienz der untersuchten Märkte. Aktive Fondsmanager hätten „Informationsvorsprünge“, die sie zu ihrem Vorteil ausspielen. So gelang es auch die vergleichsweise höheren Kosten der Fonds, durch positive Renditen auszugleichen und so den Kunden einen Mehrwert zu schaffen. Wer gerne in solche „Satelliten“-Kategorien wie Griechenland, Vietnam, Schweden und dergleichen investieren möchte, der wird bei FondsDISCOUNT.at fündig. Wir bieten über 20.000 Fonds ohne Ausgabeaufschlag an.


Hier eine kleine Auswahl an drei Fonds aus drei unterschiedlichen Kategorien, in denen die ETFs schlechter als ihre aktiven Konkurrenten aussahen:


Schweiz Equity: GAM Swiss Small & Mid Cap Equity B (ISIN: LU0038279179)


Der 1992 gegründete Fonds investiert sein 111 Millionen Schweizer Franken großes Sondervermögen in Aktienanteile. Vorwiegend stammen die Wertpapiere von kleinen bis mittelgroßen Unternehmen aus der Schweiz. Im Portfolio finden sich die Sonova Holding, Temenos Group, Straumann Holding und Logitech. Der Fonds ist sparplanfähig. Die laufenden Kosten betragen 1,91 Prozent im Jahr.


Brasilien Equity: DWS Invest Brazilian Equities LC (ISIN: LU0616856935)


Mindestens 70 Prozent des 75 Millionen Euro großen Fondsvermögens werden in Aktien, Aktienzertifikaten, Partizipations- und Genussscheinen, Wandelanleihen sowie Optionsscheinen auf Aktien investiert. Die Emittenten haben ihren Sitz in Brasilien oder sind hauptsächlich in Brasilien aktiv. Die laufenden Fondskosten betragen 2,06 Prozent im Jahr. Der Fonds ist sparplanfähig und wurde im Jahr 2012 aufgelegt.


Indien Equity: Nomura Funds Ireland - India Equity Fund A EUR (ISIN: IE00B3SHDY84)


Der India Equity von Nomura Funds wurde 2011 aufgelegt und trägt aktuell ein Sondervermögen von stolzen 672 Millionen Euro. Dieses investiert der Fonds in Aktien und an Aktien gebundene Titel, die an anerkannten Börsen in Indien notiert oder gehandelt werden. Derweil liegen im Portfolio zu mehr als einem Drittel Wertpapiere aus der Finanzbranche. Die laufenden Kosten betragen 1,71 Prozent im Jahr. Der Fonds ist sparplanfähig.