Fresenius-Chef Stephan Sturm mahnte am Mittwochabend (10.04.2019) vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung in Düsseldorf an: Es müsse eine „kleinere Zahl größerer Klinikanbieter im deutschen Gesundheitswesen geben.“ Größere Krankenhausverbünde würden effizienter arbeiten und lieferten eine bessere Behandlungsqualität, so der 55-Jährige. „Nur Übung macht den Meister.“ Damit stimmt Sturm einem Vorstoß des Gesetzgebers zu. Deutsche Krankenhäuser sollen ihre Kosten in der Zukunft nur durch eingehaltene Mindestfallzahlen zurückerstatten können, schreibt der Focus. Kein Wunder, dass der Manager nichts gegen die neue Regelung hat. Fresenius-Tochter Helios ist der größte Betreiber privater Krankenhäuser. 2013 übernahm der Konzern 40 Rhön-Kliniken. Insgesamt werden laut Unternehmens-Website heute 86 Kliniken betrieben, mit 66.000 Mitarbeiter. Doch nicht nur in Deutschland ist Helios aktiv. Mit Quirònsalud unterhält der Tochter-Konzern 47 weitere Krankenhäuser und 56 ambulante Gesundheitszentren in Spanien. Mitarbeiterzahl: 34.000. Im Jahr 2018 erwirtschaftete man einen Umsatz von 8,993 Milliarden Euro, eine Steigerung von vier Prozent zum Vorjahr.


Klar und deutlich gab der Fresenius-Chef dann zu verstehen: Fresenius sei bereit, Krankenhäuser zu übernehmen. Konkret nannte er Bayern und Baden-Württemberg, wo Fresenius seines Erachtens noch nicht sonderlich aktiv sei. Zudem wolle man 1.000 neue Pflegekräfte einstellen, schreibt der Focus. Künftig soll das Wachstum durch Investitionen wieder beschleunigt werden. Probleme wie der Abgang von Ärzten und der Trend zu immer mehr ambulanten Behandlungen, haben dem Konzern kürzlich zu schaffen gemacht. Das DAX-Unternehmen, zu dem auch die Dialysetochter Fresenius Medical Care, Infusionstechnologe Kabi, IT-Provider Netcare und Dienstleister Vamed gehören, machte vergangenes Jahr einen Gesamtumsatz von 33,53 Milliarden Euro. In fünf Jahren will man laut Konzernprognose die Marke von 40 Milliarden Euro knacken. Sturm: „Wir sehen in allen unseren Märkten aus eigener Kraft ein Wachstumspotenzial im mittleren einstelligen Prozentbereich.“


Konkurrenz


Konkurrenz im privaten Krankenhausgeschäft hat Helios hauptsächlich von den Asklepios Kliniken, die 2017 einen Umsatz von 3,262 Milliarden Euro erwirtschafteten – weniger als halb so viel wie Helios. Mit mehr als 47.000 Mitarbeitern lag man somit auch unter der Hälfte zu den 100.144 Mitarbeitern des Helios-Konsortiums. Asklepios betreibt heute 102 Kliniken. Knapp dahinter folgt die Sana Kliniken AG mit 2,569 Milliarden Euro Umsatz und einer Belegschaft von 33.133 Mitarbeitern in 53 Kliniken – Stand: Geschäftsbericht 2017.  


Wo steckt Fresenius drin?


Wer von der guten Markstellung und den positiven Geschäftsprognosen des DAX-Konzerns angetan ist, erhält bei FondsDISCOUNT.at eine Auswahl an Fonds, die auf Fresenius setzen.


Der Comgest Growth Europe Opportunities EUR Acc. (ISIN: IE00B4ZJ4188) investiert sein 789,08 Millionen Euro schweres Fondsvolumen zu gut 32 Prozent in die Healthcare-Branche. Comgest wurde 1985 in Paris gegründet und ist eine internationale und unabhängige Fondsgesellschaft. Das Unternehmen konnte mit seinen drei laufenden Fonds schon mehr als 100 Auszeichnungen einholen. Der Europa-Fonds wurde im Jahr 2009 aufgelegt. Die Mindestanlage bei Erstzeichnung beträgt 50 Euro. Der Fonds ist sparplanfähig. Die mit gut 5 Prozent gehaltene Aktie der Fresenius SE & Co KGaA ist der größte Gewinner des Fonds, meinen die Fondsmanager Weis, Fornadi und Kaddoum laut Factsheet. „Nachdem die Anteile des Unternehmens im letzten Jahr nach Gewinnkorrekturen eine größere Abwertung erlitten hatten, reagierte der Kurs positiv auf die Ergebnisse für das vierte Quartal, die die Erwartungen mit einem organischen Wachstum von +6 Prozent erfüllten. Das Unternehmen visiert für 2019 ein Wachstum von wechselkursbereinigt +3-6 Prozent an und hielt an seiner mittelfristigen Vorgabe eines Wachstums von +4-7 Prozent fest.“


Der Fidelity Funds - Germany Fund A (EUR) (ISIN: LU0048580004) hat sich auf ein langfristiges Kapitalwachstum diverser Anlagen in überwiegend deutsche Aktien spezialisiert. Fondsmanager Christian von Engelbrechten will eine beständige und langfristige Outperformance des Index erreichen. Besonderen Wert wird auf die Qualität der Unternehmen, nicht deren Branchen gelegt. Der sparplanfähige Fonds wurde 1990 aufgelegt und investiert hauptsächlich in Standardwerte. Geringere Mengen des 768-Millionen-Euro-Volumen können auch in kleinere und mittlere Unternehmen investiert werden. Das Vermögen liegt zu 16,2 Prozent im Gesundheitswesen, davon hat die Fresenius-Aktie einen Anteil von 3,3 Prozent. Mit einer Risikobewertung von 6 Punkten auf der 7-Punkte-Skala liegt das Risiko hoch, könnte jedoch dementsprechend auch höhere Erträge abwerfen. Die Rating-Agentur Morningstar vergab dem Fonds fünf Sterne, Scope Fonds Rating bescheinigte dem Fonds die Note A.


Beim Lacuna - Global Healthcare P (ISIN: LU1011973440) hat man sich einen langfristigen und nachhaltigen Wertzuwachs zum Ziel gemacht. Der Fonds investiert sein 27.73 Millionen Euro schweres Volumen in die Medizintechnik-Branche, vorwiegend in Aktien, aktienähnliche Wertpapiere und Wandelanleihen von Unternehmen aus dem Medtech-Sektor. Eingeschlossen sind Unternehmen, die sich hauptsächlich mit der Forschung/Entwicklung, Produktion, der Vermarktung und/oder dem Vertrieb von medizinischen Geräten, Instrumenten sowie der Erbringung von medizinisch-technischen Dienstleitungen, wie Spitäler und Labors, beschäftigen. Darunter fällt zu knapp 4 Prozent die Fresenius-Gruppe. Der Teilfonds kann bis zu 10 Prozent des Netto-Teilfondsvermögens in chinesische A-Aktien investieren. Um mögliche Verluste zu verringern oder um höhere Wertzuwächse zu erzielen kann der Fonds Derivategeschäfte einsetzen. Die Erträge werden einmal jährlich ausgezahlt. Der Fonds weist eine Risikobewertung auf der Stufe 6 aus.