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Studienkredite und -fonds Verschiedene Möglichkeiten im Vergleich

Studienkredite und -fonds Foto: © / terovesalainen / FotoliaStudiengebühren und der Lebensunterhalt können mit einem Kredit oder Fonds finanziert werden.

Statt BAföG, Stipendien oder der Unterstützung durch die Eltern gibt es noch weitere Möglichkeiten, die Kosten eines Studiums und des notwendigen Lebensunterhalts in dieser Zeit zu decken.


Die meisten Studierenden versuchen, die Kosten ihrer Ausbildung durch Ersparnisse, Nebenjobs oder BAföG (als günstiger staatlicher Kredit) zu decken. Die Entscheidung für die Finanzierung über einen Kredit oder einen Fonds ist in der Regel die letzte Option, da sie schließlich auch am teuersten ist.

Die Bildungslandschaft weist in Deutschland einige Besonderheiten auf, die oftmals zu einem erhöhten Finanzierungsbedarf führen. So gibt es hierzulande im internationalen Vergleich noch wenige Studierende aus sozial schwächeren Herkunftsgruppen, zudem liegt die Quote der Hochschulabsolventen deutlich unter dem Durchschnitt.

Rund zwei Drittel der Studierenden sind darauf angewiesen, ihren Lebensunterhalt in dieser Ausbildungszeit durch einen Nebenjob aufzustocken. Dadurch verlängert sich nicht zuletzt die Länge des Studiums, die in Deutschland etwa 20 Prozent über dem Durchschnitt der OECD-Länder liegt. Im internationalen Vergleich gibt es hierzulande bislang ein sehr eingeschränktes Angebot an privaten Studienkrediten und auch BAföG erhält derzeit nur rund jeder fünfte Studierende.   

Vorüberlegungen zu den Finanzierungsmöglichkeiten

Ein wichtiger Grund, der gegen eine Finanzierung per Kredit oder Fonds spricht, ist, dass nach dem Studium und zu Beginn der Berufslaufbahn dann zunächst die entstandenen Schulden abgetragen werden müssen.

Bei vielen Anbietern besteht bei den Rückzahlungsmodalitäten ein großer Unterschied zu „normalen“ Kreditangeboten. Oftmals besteht noch eine gewisse Frist, bevor mit der Rückzahlung begonnen werden muss. Ratenhöhe oder auch der Zinssatz orientiert sich dann teilweise an der Höhe des Einkommens. Zudem gibt es häufig die Möglichkeit einer Sondertilgung, um die Rückzahlung zu beschleunigen und die Zinsbelastung möglichst niedrig zu halten.  

Unter Umständen lohnt es sich die individuelle Situation einmal durchzurechnen. Kann das Studium durch eine passende Finanzierung beschleunigt werden, könnte sich dies am Ende durch einen früheren Einstieg ins Berufsleben auszahlen. Über Kredite oder Fonds können zudem auch Ausgaben für einen Auslandsaufenthalt oder Studiengebühren gedeckt werden.

Der Studienkredit

Unter diesem Punkt werden verschiedene Angebote privatwirtschaftlicher Kreditinstitute zusammengefasst. Der Vorteil: Die Kredithöhe lässt sich stärker individuell an den tatsächlichen Bedarf anpassen und ist nicht limitiert wie bei staatlichen Krediten meist üblich. Anders als das günstige BAföG muss jedoch die vollständige Darlehenssumme nach Vertragsende zurückgezahlt werden. Dabei unterscheiden sich die unterschiedlichen Anbieter oft durch die Zinshöhe.

Hochschul- und Standortunabhängig gibt es Kreditangebote von mehreren Banken oder Kreditvermittlern in Deutschland:

  • Studienkredit der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank)
  • Bildungskredit der Sparkassen
  • Bildungsfinanzierung der Volks- und Raiffeisenbanken (Bayern)
  • Bildungsfonds der Deutschen Kreditbank (trotz der Bezeichnung ein Kredit)

Die Angebote schwanken stark bezüglich ihrer Konditionen. Neben maximalen (monatlichen) Höchstbeträgen und unterschiedlichen Bewilligungsvoraussetzungen sind die Rückzahlungsmodalitäten sehr verschieden. Oftmals gibt es die Möglichkeit zur Sondertilgung. Zudem können die Kredite anrechnungsfrei zum BAföG in Anspruch genommen werden.

Alle der oben genannten Anbieter treten auch als Vermittler des KfW-Studienkredites auf.  


Staatliche Kreditangebote

Eine gute Alternative zu privaten Darlehen sind staatliche Angebote wie der Bildungskredit des BVA (Bundesverwaltungsamtes) und der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Das Amt ist hierbei für die Beantragung und Bewilligung zuständig, die KfW hingegen für die Auszahlung. 

Die Bewilligung des Kredits ist zwar unabhängig vom Einkommen der Eltern, aber dennoch mit verschiedenen Voraussetzungen verknüpft. Er kann ab dem dritten (Bachelorstudiengänge) oder ab dem fünften Semester beantragt werden, im Masterstudium bereits zu Beginn. Als Altersgrenze sind 36 Jahre festgelegt. Dabei kann zwischen Monatsraten von 100, 200 oder 300 Euro gewählt werden. Die maximale Kreditsumme liegt bei 7.200 Euro – auszahlbar in höchstens 24 monatlichen Raten. Darüber hinaus ist eine Einmalzahlung für besondere Aufwendungen von maximal 3.600 Euro möglich.

Mit der Bewilligung wird dem Antragsteller das entsprechende Kreditangebot der KfW übermittelt. Daneben wird der Bildungskredit auch noch von anderen institutionellen oder privaten Anbietern vermittelt.

Bei dem staatlichen Kreditangebot werden sehr günstige Zinsen veranschlagt, die zweimal jährlich an die aktuellen Veränderungen angepasst werden (jeweils ein Punkt über dem EURIBOR). Sie liegen derzeit bei etwa 0,72 Prozent. Eine Rückzahlung ist frühestens vier Jahre nach Auszahlung der letzten Rate verpflichtend. Dabei sind niedrige Raten von 120 Euro monatlich möglich.  

Sonderform Studienabschlussdarlehen

Auch als Studienabschlussdarlehen kann der staatliche Bildungskredit eingesetzt werden. In dieser Kategorie konnte das Angebot sich bereits als Testsieger bei einem Vergleich qualifizieren.

Gerade gegen Ende des Studiums gibt es Situationen, die einen höheren finanziellen Aufwand mit sich bringen, wie etwa zusätzliche Gebühren oder auch die Aufgabe des Nebenjobs, um sich auf den Abschluss konzentrieren zu können. Dann kann ein Darlehen sinnvoll sein.

Spezielle Anbieter in diesem Bereich sind vor allem im direkten Umfeld der einzelnen Hochschulen zu finden:

  • Darlehenskassen der Studentenwerke
  • E.W. Kuhlmann-Stiftung

Von allen privaten Finanzierungsangeboten bringen die Abschlussdarlehen in der Regel die besten Konditionen mit sich. Sie zeichnen sich durch relativ niedrige Zinssätze, eine große Flexibilität der Rückzahlungsmodalitäten und geringe oder gar keine Bearbeitungsgebühren aus.

Der Bildungsfonds

Im Gegensatz zu einem Bildungskredit ist das Ausfallrisiko hier über einen Fonds gedeckt. Die Rückzahlung ist stets an das künftige Einkommen gekoppelt, demnach schwanken die Modalitäten entsprechend stark. Bildungsfonds werden manchmal auch als umgekehrte Generationenverträge (UGV) bezeichnet. Dieser Begriff stellt etwas deutlicher dar, dass durch die Zahlungen zunächst das Studium ermöglicht wird und das Darlehen später einkommensabhängig getilgt wird.  

Derzeit werden Fonds von folgenden Instituten angeboten:

  • UGV der Brain Capital (Ausschließlich für Studiengebühren) 
  • Bildungsvonds von CareerConcept (umfangreiches Bewerbungsverfahren)
  • UGV der Chancen eG (nur für ausgewählte Hochschulen)
  • Bildungsfonds von Deutsche Bildung
  • Bildungsfonds von Festo (für Studierende in MINT-Fächern)

Wird das Studium vorzeitig abgebrochen wandeln sich die Fondsdarlehen meist in normale Kredite um und für die Rückzahlung wird dann ein festgelegter Zinssatz fällig.

Tipp: Einige Anbieter der Bildungsfonds bieten kostenlose Zusatzservices an. So kann etwa an verschiedenen Mentoring- oder Trainingsprogrammen teilgenommen werden. Auch der Kontakt zu möglichen künftigen Arbeitgebern kann einen Vorteil darstellen.

Der Fondssparplan

Diese Option bietet sich weniger zur direkten Finanzierung des Studiums an, sondern vielmehr zur Tilgung eines möglichen BAföG-Darlehens. Bei solchen Sparplänen können bereits niedrige monatliche Sätze von etwa 25 Euro angespart werden. Ein solcher Betrag lässt sich in der Regel auch von einem knappen Budget erübrigen. Am Ende des Studiums kann auf diese Weise die BAföG-Schuld zügig mit dem angesparten Geld getilgt werden. So ist es möglich, von einem größeren Nachlass zu profitieren, der bei einer vorzeitigen Rückzahlung gewährt wird

Tipp: Durch den Abschluss über einen Fondsvermittler lassen sich zusätzlich Kosten sparen. In diesem Fall wird nämlich kein Ausgabeaufschlag erhoben (rund fünf Prozent pro Monat und Fondskauf) und das Depot ist kostenfrei. Zudem kann der Sparplan bei Bedarf pausiert werden. 


Rechtzeitig vorsorgen

Eine gute Ausbildung kostet auch in Deutschland Geld. Wer seinen Kindern hier einen guten Start ins Berufsleben ermöglichen will, hat zudem die Möglichkeit, frühzeitig Geld für ein Studium anzusparen. Neben Fondssparplänen kann auch über sogenannte Ausbildungsversicherungen Kapital zurückgelegt werden. Diese zählen zu den kapitalbildenden Versicherungen. Es gibt die Option, die Überschussanteile anzusparen und zu verzinsen oder sie in Fonds anzulegen. Bei letzterem können die Erträge höher ausfallen, allerdings muss auch das Risiko getragen werden. Die Konditionen sind unter anderem abhängig vom Alter der einzahlenden Personen. Vor allem junge Eltern können von niedrigen Zusatzkosten profitieren.  

Der Vorteil einer frühen Vorsorge: Über einen längeren Zeitraum kann auch mit relativ niedrigen Beiträgen ein Vermögen für die Ausbildung angespart werden. Dabei lässt sich nicht nur etwa ein Teil des Kindergeldes einsetzen, auch Verwandte können sich unter Umständen auf sinnvolle Weise mit regelmäßigen Zahlungen beteiligen.

02.05.2018,

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