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Krisenherd Italien Anleger sollten sich auf turbulente Tage einstellen

Italienkrise: Was können Anleger tun? Foto: © / theaphotography / FotoliaIst die neue italienische Regierung ein zuverlässiger Partner?

Mit Blick auf Italien scheint die Euro-Krise wieder aufzuflammen, wenngleich die Renditen italienischer Staatsanleihen noch nicht an frühere Krisenniveaus heranreichen. Um Risiken zu begrenzen, sollten sich Anleger breit aufstellen.


Eigentlich klingt Italien ja mehr nach Urlaub und Entspannung, gerade zur aktuellen Jahreszeit. Doch die jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten als Folge der holprig verlaufenen italienischen Regierungsbildung zeigen wieder einmal, dass das Land nicht unterschätzt werden sollte. G7-Mitglied, drittwichtigste Volkswirtschaft im Euro-Raum nach Deutschland und Frankreich, hoch verschuldet und nun von einer Regierung angeführt, die alles andere als zu den großen Freunden des Euro und der europäischen Institutionen gehört.

Der „Sprengstoff“ für Europa und den Euro aus dieser Konstellation ist unübersehbar. So war es kein Wunder, dass die Finanzmärkte ziemlich forsch auf die politischen Entwicklungen in Italien reagierten. Ein Beispiel: Der Zinsspread italienischer Staatsanleihen zu deutschen Anleihen schoss in die Höhe. Ein zweites Beispiel: Der Aktienkurs der Commerzbank, die ein überproportionales Italien-Exposure aufweist, kam unter Druck. Die Liste ließe sich problemlos fortführen.

Mittlerweile hat sich die Situation an den Märkten zwar wieder etwas beruhigt, doch dies kann vorübergehend sein. Die Pläne, die die neuen Machthaber in Rom verfolgen, wirken angesichts der wirtschaftlichen Lage Italiens und vor allem der Verschuldung des Landes teilweise absurd. So bezifferte die Nord LB jüngst die mögliche Erhöhung des Schuldenstands Italiens auf 100 Milliarden Euro, wenn der Maßnahmenkatalog der Regierung umgesetzt würde.

Neue milliardenschwere Löcher im Staatshaushalt würden aber weder die Börse noch die Euro-Partner Italiens akzeptieren, selbst wenn diese deutlich kleiner als die genannte Zahl ausfallen würden. Gerade die Bondmärkte könnten in dieser Situation ein Zünglein an der Waage werden, wenn Italiens Staatsverschuldung weiter explodiert. Steigende Refinanzierungssätze könnten die neuen Machthaber in Rom stoppen. Die spannende Frage, auf die sich also alles reduzieren lässt: Schaffen es die europäischen Institutionen und vor allem die Börsen, die neue italienische Regierung zu disziplinieren, oder wird diese ihren angekündigten Kurs durchziehen – ohne Rücksicht auf eventuelle Verluste?

Das Problem ist zum Teil systembedingt: „Die Währungsunion ist inhärent instabil. Sie ist dies nicht nur im institutionellen Sinne, sondern auch im politischen“, kommentierte jüngst die Schweizer Bank Sarasin die Geschehnisse. Gemeint war ein altbekannter politischer Konstruktionsfehler: In Europa ist kein Mechanismus verankert, der unkooperative Regierungen letztendlich wirklich beeindrucken kann. Spätestens wenn Italiens eurokritische neue Regierung mit einem Ausscheiden aus der Gemeinschaftswährung droht, wären andere Länder wohl sehr schnell zu Zugeständnissen bereit.

Die Euro-Krise scheint also zurück, wenngleich die Renditen italienischer Staatsanleihen bisher längst noch nicht frühere Krisenniveaus erreicht haben. Doch ein Rom auf Konfrontationskurs könnte Europa und den Euro weiter schwächen. Schon das Drohbild eines „Italexit“ könnte zu erneuten Börsenturbulenzen führen, vor allem an den europäischen Börsen – dieses politische Risiko wurde an den Märkten zuletzt unterschätzt. Da ist es nur ein schwacher Trost, dass italienische Regierungen „traditionell“ kurze Halbwertszeiten haben – was im Anschluss käme, weiß niemand.

Wie Anleger Risiken begrenzen können

Politische Börsen haben kurze Beine, heißt es zwar. Doch Anleger werden zumindest in den kommenden Monaten mit noch einmal deutlich höheren politischen Risiken leben müssen. Zunehmende Differenzen zwischen Europa und den USA unter der Trump-Regierung verschärfen dies noch.

Für den aktiven Anleger bedeutet dies vor allem, Risiken zu diversifizieren, flexibel und liquide zu sein, um mögliche Chancen zu nutzen. Im Fondssektor bieten für passive Investoren zum Beispiel digitale Vermögensverwaltungsangebote die Möglichkeit, emotionsfrei und mit Profi-Anlagestrategien auf veränderte Risiken und Chancen an den Märkten zu reagieren – automatisiert, ohne dass der Anleger permanent am Ball sein muss.

Über FondsDISCOUNT.at zugänglich sind etwa die digitalen Vermögensverwaltungen LONI in Kooperation mit der DWS oder zum Beispiel die breit streuenden Modellportfolios in Zusammenarbeit mit Dimensional.

Auch die klassische Krisenwährung Gold könnten nun wieder interessanter werden. Für Edelmetall-Investoren bietet FondsDISCOUNT.at das gebührenfreie Lagerdepot der Taurus Sachwerte AG an. Anleger profitieren hierbei von einem mehrwertsteuer- und abgeltungsteuerfreien Kauf und können über ihre eingelagerten Edelmetalle jederzeit verfügen.

11.06.2018,

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