FondsDISCOUNT.at: Herr Lechner, mit Ihrem neuen „Data Intelligence Fund“ (ISIN: DE000A2H9A68) bieten Sie Anlegern die Chance, in das Marktumfeld Künstliche Intelligenz und Big Data einzusteigen. Wie sieht Ihre Anlagestrategie aus und worin unterscheidet sich Ihr Ansatz ggf. von anderen KI-Fonds?
Bastian J. Lechner: Bei dem „Data Intelligence Fund“  (ISIN: DE000A2H9A68) handelt es sich um einen innovativen Europäischen Aktien Fonds im UCITS Mantel, der vollständig auf die Kombination von Big Data und künstlicher Intelligenz (KI) setzt. Es werden als Basis für jede Anlageentscheidung in sieben Ländern und in drei Sprachen Internetdaten zu Wertpapieren und Finanzmärkten automatisiert gesammelt, gefiltert, gewichtet und analysiert. Pro Tag werden so in Echtzeit knapp zwei Millionen kapitalmarktbezogene Nachrichten ausgewertet. Mit Hilfe eines Algorithmus werden in einem rein datenbasierten Prozess Kauf- und Verkaufsempfehlungen für europäische Large Cap Aktien und Index-Futures erzeugt.


Mit dieser Big-Data-Analyse werden in Echtzeit mehr als 45.000 Titel beobachtet. Das System gibt jedem Titel auf Basis der gesammelten Daten ein vorläufiges positives oder negatives Signal. Bevor daraus eine Handelsentscheidung entsteht, analysiert es im Sinne der künstlichen Intelligenz, wie sich die Aktie in der Vergangenheit nach einem positiven oder negativen Signal entwickelt hat. Die getroffenen Entscheidungen und ihre Ergebnisse fließen in künftige Anlageempfehlungen mit ein – das System lernt damit automatisiert dazu.


Der Ansatz der Aktienselektion wird um eine aktive Asset Allocation-Komponente ergänzt, die ebenfalls vollständig Big-Data- und KI-basiert ist. Sollte die grundsätzliche Einschätzung zum Aktienmärkt negativ ausfallen, so wird das Risiko mittels Index-Futures reduziert und kann sogar netto short sein. Vor allem in Phasen von Korrekturen und Einbrüchen am Aktienmarkt hat der Algorithmus seine Stärke gezeigt und frühzeitig Risiken reduziert.


Der Data Intelligence Fonds grenzt sich insoweit von anderen Fonds-Konzepten ab, als dass erstmalig eine reine Kombination von Big Data und KI zum Einsatz kommt. Bestehende KI-Konzepte sind aktuell zu 95 Prozent „thematische KI-Fonds“ bei denen ein menschlicher Manager traditionell in Firmen investiert, die etwas mit KI zu tun haben. Die übrigen fünf Prozent benutzen häufig nur historische Kurse – und nicht proprietäre Big Data Auswertungen – als Input-Faktor für ihre KI-Modelle, welche zudem oftmals nur als Ergänzung zu traditionellen Anlagestrategien eingesetzt werden. Darüber hinaus können diese Strategien meist keine Kombination aus Aktien-Selektion und Risiko-Absicherung darstellen und sind zudem häufig als Non-UCITS-Fonds nicht für jedermann investierbar.


Der „Data Intelligence Fonds“ zielt auf einen hohen Diversifikationseffekt ab, grenzt die Risiken und die Abhängigkeit von den volatilen Kapitalmärkten ein und kann auch auch in einem herausfordernden Umfeld attraktive Ergebnisse erzielen. 


Was macht das Investmentthema „Künstliche Intelligenz“ aus Ihrer Sicht so spannend?
Für den Asset Management Bereich gelten die gleichen Überlegungen wie in anderen Industrien auch. Kein Mensch kann beispielsweise zwei Millionen Nachrichten am Tag lesen und analysieren.  Die Digitalisierung wird auch vor dem Asset Management nicht halt machen und die Anwendung von KI wird dabei helfen, der vorherrschenden Informationsüberflut Herr zu werden um „den Wald vor lauter Bäumen“ wieder besser zu sehen. Wir stehen hier jedoch noch ganz am Anfang einer Entwicklung, insbesondere in der Asset Management Industrie.


Im Jahr 2017 hatten Sie mit Ihrem Big-Data-Fonds bereits einen ähnlichen Fonds gelauncht, diesen aber inzwischen wieder vom Markt genommen. Was waren die Beweggründe?
Die Gründe waren vor allem struktureller Natur. Es wird jetzt etwas technisch. Der vorherige Fonds war im Rahmen einer doppel-stöckigen Kostenstruktur als sogenannter „Publikums-AIF“ konzipiert. Ein interessantes Finanzprodukt, jedoch für viele Investoren leider nur schwer investierbar.


Zudem war der Fonds an die Partner nicht digital angebunden, was zu Reibungsverlusten geführt hat. Als weiterer Punkt wurden über „Single Stock Futures“ netto-short Positionen auf Einzeltitel Basis-eingegangen, was sich aufgrund der Kosten und Liquidität dieser Instrumente als unvorteilhaft herausstellte.


Diese Punkte führten in Summe zu einem Vertriebs-Thema, da die Kosten des Fonds für das eingeworbene Volumen zu hoch waren, so dass wir uns entschlossen haben den Fonds vom Markt zu nehmen.


Was wollen Sie bei Ihrem neuen Fonds anders, oder vielleicht „besser“ machen, um sich nachhaltiger am Markt zu behaupten?
Wir haben sämtliche strukturellen Themen konsequent beseitigt. Der Data Intelligence Fonds ist als europäischer Aktien-UCITS konzipiert und erfüllt somit einen Standard, um für jeden Interessenten einfach erwerbbar zu sein. Der Fonds ist über eine eigens programmierte Schnittstelle zudem voll digital an unsere Partner angebunden. Des Weiteren werden Absicherungspositionen nur noch durch Index-Futures kostengünstig und hoch liquide realisiert. Mit einem avisierten Startvolumen von über 10 Mio. € sind wir auch in der Lage eine vernünftige Kostenstruktur zu gewährleisten und können im Fonds eine höhere Diversifikation realisieren.


In Summe erhält der Anleger mit dem Data Intelligence Fonds ein hoch-attraktives und innovatives Produkt, was sich sehr stark von allen andern am Markt verfügbaren Fonds-Modellen unterscheidet.


Herr Lechner, herzlichen Dank für die Beantwortung unserer Fragen!