In diesen Tagen erhalten Anleger des Wasserfonds VII H2O wieder einmal Post von Leonidas. Das Schreiben des Initiators bezieht sich auf den im April dieses Jahres veröffentlichten Bericht der Revisionsstelle ReviTrust Grant Thornton, welche den Liquidations-Zwischenbericht vom 30. Juni 2017 des Liquidators BDO geprüft hat. „Da die Signina FL als Vermögensverwalter des Fonds nicht mehr zur Verfügung stand, wurde am 07.August 2015 die Liquidation des Fonds Signina Capital Funds AGmvK beschlossen. In verschiedenen Gesprächen mit dem bestellten Liquidator (BDO Liechtenstein) hat sich herausgestellt, dass auch entgegen der Absichten einiger Investoren eine Fortführung der Investments nicht erfolgen wird und die Liquidation durch den Verkauf der Investments erfolgen wird“, fasst Leonidas die Ausgangslage zusammen.


Die Prüfer kommen dem Schluss, dass der Liquidations-Zwischenbericht ein „den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage“ vermittle. Allerdings sei der Bericht nicht innerhalb von vier Monaten nach Abschluss des Geschäftsjahres veröffentlicht worden. Seit Liquidationsbeginn seien Erlöse aus Rückzahlungen und Verkäufen von Investments sowie eingegangene Zinszahlungen teilweise als Investitionen zur Werterhaltung von Anlagepositionen und teilweise zur Querfinanzierung von operativen Kosten zwischen den Segmenten verwendet worden.              


Weiter schreibt Leonidas an seine Anleger: „Die Existenz der Investments wurde für Summit Water Nexus nachgewiesen. Für die Investments Summit Water Nexus Marseilles bestehen sogenannte Capital Calls (verbindliche Kapitalzusagen). Entgegen des Geschäftsberichtes 2014 der Signina Fonds sind diese Kapitalzusagen nicht unverbindlich. Die verbindlichen Zusagen konnten innerhalb der Nexusgruppe, des Funds und ebenso von Dritten (Neuinvestoren) bedient werden. Für die Canadian-Water-Project-Investments Clearford Water Systems Inc. sowie Nova-Plasco Inc. (vormals Plasco Trail Road Inc. sowie Plasco Energy Ottawa Inc.) wurden Drittbestätigungen zu den von der Canadian Water Projects Inc. indirekt für die Segmente gehaltenen Beteiligung an diesen Gesellschaften sowie zu den Wandelanleihen vorgelegt. Die Drittbestätigungen unterzeichnete Herr Martin Klöck als Vertreter der Canadian Water Project Inc. Die im Liquidations-Zwischenbericht offen gelegten Bestände konnten damit formal korrekt nachgewiesen werden. Für den materiellen Nachweis wären weitere Bestätigungen von Seiten Clearford Water Sysems Inc. respektive Nova-Plasco Inc. vorteilhaft gewesen, welche zum Berichtszeitpunkt jedoch nicht vorgelegen haben. Bezüglich der DelAgua Water Testing Ltd.-Investments liegt ein Auszug aus dem Aktienbuch der DelAgua Water Testing Ltd. vor. Der Bestand der per Liquidationsbeginn bestehenden Investments (Preferred Shares) stimmt mit den Angaben im Aktienbuch der Gesellschaft überein. Zudem konnte die Existenz der seit Liquidationsbeginn getätigten Investments an die DelAgua Health Rwanda Ltd. mittels Darlehensverträgen und Zahlungsflüssen nachgewiesen werden.“


Vorwurf des Missmanagements


Der Branchendienst „kapital-markt intern“ (kmi), bekannt für seine kritische Berichterstattung, hat sich den vollständigen Bericht von BDO/Liechtenstein allerdings genauer angesehen und äußert in der Ausgabe kmi 01-06-2018 den Verdacht, dass bei Signina mindestens von erheblichem Missmanagement ausgegangen werden könne. So sei die wirtschaftliche Lage der Sub-Fonds von Signina Capital Funds AGmvK alles andere als rosig, überwiegend würden Verluste geschrieben. Beim Projekt „Marseilles“ zum Beispiel, so die kmi-Autoren, sei laut BDO entgegen bisheriger Informationen ein hartes Commitment abgegeben worden, welches zu 22,9 Millionen US-Dollar noch offen sei. In Folge sei auch gar kein Paketverkauf des Projekts möglich, vielmehr sei Insolvenzgefahr für den Sub-Fonds gegeben. „Es wird seitens des Liquidators größter Wert darauf gelegt, ein gutes Einvernehmen mit den Verantwortlichen Personen in der Projektgesellschaft zu pflegen, um diese trotz immer wieder auftretender Kapitalknappheit weiterhin zu motivieren, das Projekt weiterzuführen und die wertgefährdenden „Capital Calls“ nicht zu exekutieren“ ist im Prüfbericht auf Seite 40 hierzu zu lesen.


Verkauft worden sei hingegen das Projekt „Summit Water Nexus BLI“ – allerdings mit Verlust. Im Prüfbericht (Seite 41) heißt es hierzu: „Dieses Investment wurde im Juli 2017 (nach dem Bilanzstichtag) für USD 1‘620‘000.00 verkauft. Das Investment wurde bisher mit USD 1‘631‘038.00 (ursprünglicher Investitionsbetrag) in den Büchern geführt. Im Zuge des endgültigen Verkaufes resultierte somit ein realisierter Verlust von USD 11‘038.00.“ Ein Rechtsstreit lege hingegen das Projekt „Clearford“ (Kanada) lahm, listet kmi weiter auf, das ebenfalls kanadische Wasserprojekt „Plasco“ sei durch eine Insolvenz belastet und das Projekt „Delagua“ sei gar nicht über die Planungsphase hinausgekommen.       


Diese Bestandsaufnahme wirft einmal mehr ein ungünstiges Bild auf den Leonidas Wasserfonds bzw. die Informationspolitik der involvierten Gesellschaften. Vor etwa einem Jahr noch wies Signina Capital die Behauptung von Investorenvertretern zurück, dass es bereits realisierte Verluste bei den Investments gäbe (vgl. damalige Berichterstattung auf FondsDISCOUNT.at). Schwierigkeiten bei den Projekten „Clearford“ und „Delagua“ wurden allerdings schon damals eingeräumt.


Tipp: Gerne halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen beim Leonidas Wasserfonds auf dem Laufenden. Schreiben Sie uns einfach eine kurze E-Mail an service@fd.de oder nutzen Sie unser Kontaktformular.