Politische Ungewissheiten etwa durch die Midterm-Wahlen in den USA und deren Handelskrieg mit China, Korrekturen im deutschen Leitindex Dax – der Börsenmonat Oktober war volatil und schwierig. Kunden der Direktbank comdirect reagierten auf diese Herausforderungen mit einer deutlichen Verkaufsstimmung. Ablesbar ist dies im comdirect Brokerage Index, welcher monatlich erhoben wird. Die Daten zur Berechnung des Index sind repräsentativ für das Verhalten der Privatanleger in Deutschland. Steht der Index über 100 Punkten, wurden im betrachteten Monat im Vergleich zum Referenzzeitraum Wertpapiere eher gekauft. Ein Stand unter 100 Punkten zeigt im Vergleich zum Referenzzeitraum an, dass Wertpapiere eher verkauft wurden.


Mit 95,6 Punkten befand sich der comdirect Brokerage Index im Oktober unter dieser 100-Punkte-Linie. Anleger haben also mehr Papiere verkauft als gekauft. Interessant: Nachdem die Anlageklasse Anleihen im September noch ihren Höchststand seit sieben Jahren verzeichnete, stürzte diese im Oktober um über die Hälfte auf 75,1 Punkte ab. Renten und Fonds (52,5 Punkte) befanden sich dadurch stark auf den Verkaufslisten. Auch Aktien gingen stark zurück, mit 109,9 Punkten überwogen jedoch die Käufe der Privatanleger.


Wirecard war die meistgehandelte Aktie, Cannabisproduzent auf Platz drei


Betrachtet man die Einzeltitel, führt erneut der Finanzdienstleister Wirecard sowohl die Top-Käufe als auch Top-Verkäufe an. Die Aktie führte zum dritten Mal in Folge die Liste der Top-Käufe an und war ebenfalls auch auf Platz eins der Top-Verkäufe zu finden. „Die Wirecard-Aktie ist weiterhin ein Dauerbrenner. Beflügelt wurden die Handelsaktivitäten durch die Dax-Aufnahme, die Bekanntgabe der Zahlen sowie die Aussagen zum weiteren Geschäftsverlauf“, erklärt Andreas Lipkow, Marktexperte bei comdirect.


Auf dem zweiten Platz der meistgekauften sowie der meistverkauften Aktien befindet sich Amazon – obwohl die vorgelegten Quartalszahlen hinter den Erwartungen zurückblieben.  


Der dritte Platz auf der Liste der Top-Käufe wird von Aurora Cannabis belegt. Der in Kanada zugelassene Cannabisproduzent profitiert vom aktuellen „Green Rush“ – die erfolgten Legalisierungen in mehreren Bundesstaaten der USA, in Kanada und voraussichtlich auch in Mexiko führten bei Anlegern zu einer regelrechten Goldgräberstimmung. „Die Kooperation von Aurora Cannabis mit einem Softgetränkehersteller und die ohnehin starke Nachfrage nach Aktien aus dem Cannabis-Sektor hat zu Optimismus und damit verbundenen Käufen geführt“, begründet Lipkow den Run auf die Aktie.


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Nach BASF folgte auf Platz fünf der meistgekauften Aktien der bayerische Automobilzulieferer Knorr-Bremse. Das Unternehmen verzeichnete am 12. Oktober den zweitgrößten Börsengang des Jahres in Deutschland.

Auf der Liste der Top-Verkäufe finden sich laut comdirect zum Beispiel der Gesundheitskonzern Fresenius. „Fresenius hat die Marktteilnehmer mit einer Gewinnwarnung verschreckt, was zu sehr hohen Kursverlusten beim sonst so stabilen Dividendenaristokraten führte“, erläutert Lipkow. Weitere Aktientitel bei den Top-Verkäufen waren Allianz und die Münchner Rückversicherung.


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Daten und Grafik: comdirect