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Flex-Fonds-Gruppe unter Verdacht Ermittlungen wegen Untreue und Betrug

Flex Fonds unter Betrugsverdacht Foto: © / kohlerphoto / FotoliaDie Ermittlungsbehörden prüfen den Sachverhalt um den Schorndorfer Postturm

Eine anonyme Anzeige belastet derzeit die Schorndorfer Flex-Fonds-Gruppe. Zu klären ist die Frage, ob Miet- und Werbeeinnahmen am sogenannten „Postturm“ tatsächlich so viel Geld abwerfen, um den Kaufpreis vor fünf Jahren zu rechtfertigen.


Der im schwäbischen Schorndorf ansässige Vermögensverwalter Flex Fonds gerät nach knapp 30 Jahren im Fondsgeschäft unter Druck – eine anonyme Anzeige haben die Staatsanwaltschaft und die Polizei auf den Plan gerufen. Worum geht es? Gegenstand der Ermittlungen ist das „Postturm-Carré“ in Schorndorf. Das Objekt sei vor fünf Jahren zu teuer an den „Regio Flex Fonds 1“ verkauft worden, so der Vorwurf. Als Konsequenz würden die Anleger des Immobilienfonds in der verbleibenden Laufzeit um rund 2,2 Millionen Euro geschädigt. Den Verantwortlichen wird vorgeworfen, im Zusammenhang mit dem Erwerb des Postturm-Areals in Schorndorf durch die Regio Flex Fonds 1 im Jahr 2013 bewusst zu hohe Mieteinnahmen prognostiziert zu haben, um dadurch die Voraussetzungen für den Erwerb der Immobilie durch die Fondsgesellschaft zu einem zu hohen Kaufpreis zu schaffen. Firmenchef Gerald Feig, gegen den sich zusammen mit zwei weiteren damals zuständigen Mitarbeitern das Ermittlungsverfahren richtet, weist den Verdacht strikt zurück.

Wie nachhaltig sind die Erträge?

In einer Stellungnahme anlässlich der Berichterstattung der Stuttgarter Zeitung vom 7. Mai 2018 (Printausgabe 8. Mai 2018) äußert sich Feig zur damaligen Situation. Demnach habe Flex Fonds das betreffende Areal von 2009 an städtebaulich entwickelt. Im Rahmen einer Objektgesellschaft sei dann bis Juli 2013 das gesamte Projekt von der Gruppe vorfinanziert und während der gesamten Bauphase begleitet worden. Neben der Bezugsfertigstellung sei für die Ermittlung des Kaufpreises die Summe aller Mieterträge zum Stichtag entscheidend gewesen. Der Kaufpreis habe mit „marginaler Abweichung“ der Summe entsprochen, die bis dahin an Investitionskosten für das Objekt aufgebracht worden sein, nämlich 12,49 Millionen Euro. Dieser Betrag habe vertrags- und prospektkonform dem 16-Fachen der zum Stichtag erzielbaren Jahresnettomiete entsprochen.

Ein Gutachten, welches erst nach mehreren Monaten nach Übergang des Objekts in die Fondsgesellschaft erstellt worden sei, sehe allerdings „einige Mietansätze kritisch“. Weiter heißt es in der Stellungnahme des Unternehmens: „Den Stein des Anstoßes bzw. den Verdacht der Untreue und des Betrugs sehen die Ermittlungsbehörden dabei offensichtlich in dem Wort ‚nachhaltig‘, im Zusammenhang mit der Kunstwand und dem Namensrecht.“ Zur Erläuterung: Die „Kunstwand“ ist eine 17 auf acht Meter große Werbefläche am Postturm, welche einen Teil zu den Einnahmen beisteuern soll und mit Rücksicht auf das Stadtbild nur „künstlerisch anmutende“ Reklame abbilden darf. Die Fläche war zum Stichtag an einen internationalen Automobilkonzern vermietet, doch die Ermittler bezweifeln die Nachhaltigkeit der Erträge. Aktuell laufen nach Angaben von Feig Vertragsverhandlungen mit einem Nachfolgemieter für die Kunstwand.

Situation beim Regio Flex Fonds 1

Bei einer aktuellen Bewertung des Immobilienvermögens des betroffenen Fonds besteht nach Aussagen des Initiators „die hohe Wahrscheinlichkeit, dass bei einem möglichen Verkauf des Immobilienportfolios – auch unter Berücksichtigung der bereits nahezu prospektkonformen Ausschüttungen in den letzten Jahren – per Saldo ein Überschuss bzw. Gewinn für die Anleger entstehen würde. Daneben seien alle investierten Anleger im Dezember 2014 über einen Prospektnachtrag zum Regio Flex Fonds 1 informiert worden und hätten ein erweitertes Rücktrittsrecht.

Feig stellt zudem klar, dass Flex Fonds mit Ausnahme des Postturm Carrés in Schorndorf und der Villa Hirzel in Schwäbisch Gmünd keine weiteren Immobilien gebaut oder entwickelt habe, welche dann später Gegenstand eines Publikumsfonds wurden. Das Boutiquehotel Villa Hirzel konnte aufgrund der nicht erfüllten Ankaufsvoraussetzungen nicht vom Fonds erworben werden.

Damit bezögen sich die aktuellen Ermittlungen nur auf den Vorgang, als Flex Fonds selbst als Projektentwickler fungiert habe. Alle anderen der etwa 160 Investitionsobjekte habe Flex Fonds von Dritten erworben. Ein internes Interessenkonfliktmanagement-System beuge außerdem entsprechenden Aktivitäten vor. Das Unternehmen kooperiere mit den Ermittlungsbehörden, damit die Vorwürfe entkräftet und möglichst vorbehaltlos aufgeklärt werden können“, so Gerald Feig in seiner Darlegung vom 8. Mai. Im Rahmen einer Durchsuchung am 11. April 2018 seien der Ermittlungsbehörde in den Räumen von Flex Fonds in Schorndorf umfangreiche Dokumente und Informationen übergeben worden. Auch die Auslagerungsunternehmen für die Bereiche Assetmanagement in Stuttgart sowie Facilitymanagement in Berlin hätten als Dritte umfangreiches Material zur Verfügung gestellt.

 

09.05.2018,

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