FondsDISCOUNT.at: Herr Beckers, Sie haben bereits als Student Ihre ersten Firmen gegründet und gelten heute, mit inzwischen 25 Online-Unternehmen, als Seriengründer. Worin besteht für Sie der Reiz des Gründens, was fasziniert Sie am Aufbau neuer Geschäftsmodelle?


Jan Beckers: Mir macht es Spaß, Annahmen für die Zukunft zu treffen und hierauf basierend zu investieren, neue Unternehmen aufzubauen und diese wachsen zu sehen. Ich mag dynamische Umfelder und die Vielfalt der Herausforderung, welche innovative Branchen mit sich bringen. Es erfüllt mich mit Zufriedenheit zu sehen, dass sich die Unternehmen langfristig gut entwickeln und einen echten Kundenmehrwert schaffen.


Als Wahl-Berliner befinden Sie sich mitten in der deutschen Start-up-Metropole. Wie inspirierend ist die Gründerszene für Sie – oder anders gefragt: Wie finden Sie aussichtsreiche Geschäftsideen, Partner und Teams für Ihre Vorhaben?


Mit Berlin haben wir in der Tat einen idealen Standort für uns gefunden, um täglich nah an der Internetszene zu sein. Durch die Arbeit mit unseren bestehenden Beteiligungen kommen wir häufig auf neue Geschäfts- oder Investmentideen und sehen gerade entstehende Trends. Dank der Reputation, die wir uns aufgebaut haben, bekommen wir monatlich mehr als 1.000 neue Bewerbungen von Talenten.


Wenn Sie auf Ihre bisherigen Unternehmensgründungen zurückblicken: Was war Ihr größter Coup und warum?


Bisher: finleap, weil wir mit mehr als zehn erfolgreichen FinTech-Gründungen wie solarisBank, Clark und Element einen starken Impuls für Deutschlands aufstrebende Rolle als FinTech-Standort gegeben haben. Künftig: BIT Capital und der Global Internet Leaders Fonds, weil wir die Chance haben, für viele Millionen Deutsche und Europäische Anleger das Nullzins-Dilemma zu lösen.


Und wo lief oder läuft es nicht wie erwartet?


Wir haben vor einigen Jahren im Online-Werbemarkt spürbaren Gegenwind durch die Datenübermacht von Facebook und Google bekommen, in Folge dessen hat eine wichtige Beteiligung ihren Umsatz halbiert – das war schmerzhaft & lehrreich. 


Wie erkennt man denn ein gutes Investment und wovon lassen Sie lieber die Finger?


Wir setzen vor allem auf wachstumsstarke Unternehmen mit klaren Wettbewerbsvorteilen, bei denen wir sehr gut die weiteren Erfolgsfaktoren beurteilen können. Wir lassen die Finger von Unternehmen, die nach klassischen Finanzkennkennzahlen zwar vermeintlich günstig aussehen, aber keine hohe Unternehmensqualität aufweisen.


Gerade die Online-Branche gilt als äußerst dynamisch. Welche großen Trends sehen Sie hier und inwiefern sind Sie schon dabei?


Wir versuchen immer die Trends zu finden, die derzeit noch nicht vom Mainstream als solche erkannt wurden. Auf diese Weise haben wir beispielsweise mit dem Wachstum der Connected TV Branche und auch mit unseren Roku & Trade Desk Investments gut verdient. Wir glauben zudem – gerade auch wegen den langfristigen Auswirkungen des Handels-Konfliktes – an chinesische SaaS-Unternehmen (Anm. d. Red.: Software as a Service), die derzeit noch ein riesiges Aufholpotenzial haben. Ein weiterer spannender Wachstumsmarkt ist FinTech, ein Markt mit viel Potenzial, in dem wir schon seit 2014 aktiv sind und auch selbst sehr erfolgreiche Unternehmen aufgebaut haben.


Sie haben über Ihre Plattform finleap nicht nur verschiedene Fintechs und mit Solaris eine eigene Bank für Start-ups gegründet, sondern machen Ihre Expertise seit Januar 2019 auch für Privatanleger in Form Ihres Global Internet-Leaders-Fonds zugänglich. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?


Ich habe mit 16 meine Eltern überredet, die Führerscheinersparnisse für mich in Electronic Arts zu investieren. Seit 2006 habe ich fast ausschließlich in Internetaktien investiert. Mit sehr guten Investmenterfolgen. Seit 2010, wo wir die vollständige Datengrundlage haben und von EY nachprüfen haben lassen, konnte ich über 26 Prozent mit meinem privatem Aktienportfolio im Jahresschnitt erzielen. Gleichzeitig habe ich gesehen, dass die existierenden Fonds häufig nicht besonders gut darin waren, Internetgeschäftsmodelle richtig zu bewerten. Deshalb haben wir konsequenterweise beschlossen, hier unsere Expertise zu Aktieninvestments und Internetmarkt zu bündeln.


Wie der Fondsname bereits ausdrückt, picken Sie sich weltweit die aussichtsreichsten Internet-Unternehmen heraus. Was machen Sie anders als andere Tech-Fonds, wo liegt Ihr Fokus in der Titelauswahl?


Fast alle Tech-Fonds investieren breit in ganz verschiedenartige Technologien wie in Internet, Gentechnik oder Roboter. Nur sehr wenige Fonds haben sich wirklich auf Internetthemen spezialisiert. Unser unternehmerischer Background im Internetmarkt ermöglicht es uns, die Geschäftsmodelle tiefgreifender zu verstehen und die künftige Entwicklung besser einzuschätzen. Wir investieren zudem weltweit und sind nicht zuletzt dank unseres Büros in Hong Kong und unserer lokalen Analysten auch in Asien und China sehr gut informiert.


Unser starker Fokus auf eigene Softwareentwicklung und Datenanalyse ermöglicht es uns zusätzliche Insights zu generieren, die andere Fonds zumindest in Europa überwiegend nicht nutzen. In der Titelauswahl haben wir derzeit einen hohen Fokus auf schnellwachsende internationale Marktplätze, Fintech, chinesische Software as a Service Unternehmen, sowie Connected TV.


Anlegern stehen zwei Tranchen zur Auswahl. Worin unterscheiden sich diese?


Es gibt eine Anlageklasse bei der wir keinerlei Managementfee nehmen, sondern nur eine Performancefee (Global Internet Leaders 30 R – III, ISIN: DE000A2N8143). Das heißt der Anleger bezahlt uns erst nach einer Mindestrendite von sieben Prozent. Auf der anderen Seite haben wir eine Anlageklasse in der man uns lediglich eine Managementfee zahlt, aber keine Performancegebühr (Global Internet Leaders 30 R – I, ISIN: DE000A2N8127). So kann jeder Anleger nach seinen Präferenzen auswählen wie er uns bezahlen möchte.


Im Gegensatz zu klassischen Value-Titeln bilden die zum Teil sehr jungen Online-Unternehmen ein etwas volatileres Marktumfeld. An welchen Anlegertyp richten Sie sich mit Ihrem Konzept, welche Erwartungen und auch welche Risikoaffinität sollte man für ein Investment bei Ihnen mitbringen?


Wir richten uns an langfristige Anleger, die vom Megatrend Digitalisierung profitieren möchten und die daran glauben, dass in einer sehr dynamischen Branche ein aktiver Investmentansatz überlegen ist. Da Wachstumsunternehmen immer auch überdurchschnittliche Volatilität aufweisen, müssen unsere Anleger mit gewissen Schwankungen rechnen. Dafür haben die Anleger die Chance auf langfristig hohe Returns. Übrigens: Mein Team und ich sind selbst stark im Fonds investiert, somit können sich unsere Anleger auf eine absolute Interessengleichheit verlassen.


Herr Beckers, herzlichen Dank für die Beantwortung unserer Fragen!


Zur Person: Jan Beckers, Gründer und Executive Chairman der IONIQ Group (ehemals HitFox), zählt zu Deutschlands führenden Internetunternehmern. Der studierte Betriebswirtschaftler investiert seit 20 Jahren erfolgreich am Aktienmarkt. Als Business Angel investierte er in die ersten Finanzierungsrunden von Internet-Unternehmen wie Delivery Hero. Im Mai 2018 startete der für das Fondsmanagement zuständige Asset Manager BIT Capital. Zum BIT Capital-Team gehören neben Gründer Jan Beckers sein Geschäftsführer Oliver Clasen (ehemals Geschäftsführer bei Allianz Global Investors), Vertriebsleiter Julian Brosch (ehemals UBS) sowie ein vierköpfiges Analystenteam in Berlin und Hong Kong.


Investoren-Info: Über FondsDISCOUNT.at zeichnen Sie den Global Internet Leaders-Fonds von Jan Beckers ohne Ausgabeaufschlag: Wählen Sie zwischen den Tranchen Global Internet Leaders 30 R – III, ISIN: DE000A2N8143 und Global Internet Leaders 30 R – I, ISIN: DE000A2N8127. Beide Varianten wurden am 1. Januar 2019 aufgelegt. Zusammen mit der zusätzlich verfügbaren semi-institutionellen Tranche beträgt das Fondsvermögen insgesamt rund 14,3 Millionen Euro.