FondsDISCOUNT.at: Herr Baldegger, Sie haben sich mit Ihrer Gesellschaft auf das Thema Fischerei spezialisiert und machen den Markt mit Ihrem Bonafide Global Fish Fund (ISIN: LI0181468138) auch für Privatanleger zugänglich. Bevor wir auf Ihren Fonds zu sprechen kommen: Wie kam es zu der Fokussierung auf diesen Markt und wie ist Ihr Unternehmen aufgestellt?


Christoph Baldegger: Ganz ehrlich kam mir die Idee beim Fischen. Es war zu Beginn nicht einfach, meine heutigen Partner und gute Mitarbeiter zu überzeugen, hierbei mitzumachen. Mittlerweile erhalten wir immer wieder Blindbewerbungen von Investmentbank-Spezialisten. Die Bonafide ist heute ein eigentümergeführtes Unternehmen mit total sieben Mitarbeitern. Als erster Asset Manager hat Bonafide das Potenzial des Fish&Seafood Sektors erkannt. Die jährlich steigende Nachfrage nach gesundem Protein (Fisch) wird zusätzlich mit dem Bevölkerungswachstum befeuert. Die tiefen Bewertungen der Firmen und die Möglichkeit zur Diversifizierung in hunderte von Spezies und entlang der Wertschöpfungskette machen die Industrie noch attraktiver. Zudem ist der Sektor noch nicht auf dem Radar der großen Finanzinstitute gelangt. Wir sind noch immer „first mover“.


Wie ist die Fisch-Branche strukturiert und worin unterscheidet sie sich evtl. gegenüber anderen Rohstoffmärkten?


Das Wunderbare am Fisch- und Meeresfrüchte-Sektor ist die Möglichkeit, in hunderte verschiedene Spezies zu diversifizieren. Ein Norwegischer Lachsproduzent hat keine Berührungspunkte mit einem Garnelenzüchter in Thailand. Zudem investieren wir nicht nur in Aquakulturen, sondern in die gesamte Wertschöpfungskette, wie zum Beispiel Ausrüster der Farmen, Futterproduzenten, Technologie, Healthcare und Nutrition. Irgendwo gibt es immer eine Chance eine „Perle“ aufzuspüren.


Ihr Global Fish Fund dürfte zumindest für deutsche Anleger der einzige Themenfonds in diesem Bereich sein. Mögen Sie uns Ihr Konzept kurz zusammenfassen? Welche Unternehmen sind für Ihr Portfolio interessant und wonach wählen Sie die Titel aus?


Es gehört zu unserer Firmenpolitik nicht auf einzelne Werte einzugehen, da wir auch nie ein Einzelaktieninvestment empfehlen würden. Unser Investmentansatz besteht aus zwei Eckpfeilern: Die quantitative Analyse (Zahlen, Bewertungsparameter, Vergleichsanalysen etc.) und die qualitative Analyse, welche sogenannte Soft-Faktoren umfasst. Letzteres bringt uns dazu, jedes Jahr die halbe Welt zu bereisen, um die Firmen und das jeweilige Management vor Ort zu treffen. Ich befinde mich zurzeit für einige Wochen in Australien und schaue mir sieben bis acht Firmen an, erweitere unser Netzwerk, lerne neue Dinge über Spezies kennen und suche die nächsten „Perlen“. Ich glaube das ist der Schlüssel unseres Erfolges. Reisen klingt zwar wunderschön, wer aber das halbe Jahr eine Zeitzone nach der anderen durchquert, der weiß, dass es Körper und Geist ziemlich zusetzen kann. Trotzdem ist es uns das wert und wir haben auch unsere Freude daran gefunden.


Beim Thema „Fisch“ schwingt immer auch das Thema Umweltverträglichkeit bzw. Ressourcenschonung mit, Stichwort „Überfischung“. Wie gehen Sie mit diesem Aspekt um, achten Sie bei Ihren Zielunternehmen auf Nachhaltigkeit und wie wäre dies in diesem Zusammenhang überhaupt definiert?


Unser Wildfang-Anteil im Portfolio liegt unter fünf Prozent. Der Schutz der Meere steht im Vordergrund und die Quoten bei Fischereigesellschaften werden in Zukunft eher reduziert werden, da das stetige Volumenwachstum von den Aquakulturen stammt, während Wildfang bekanntlich stagniert. Deshalb setzen wir bei der Produktion von Fisch den Schwerpunkt auf nachhaltige Aquakulturen.


Ihr Fonds hat sich bislang gut entwickelt und auch das sehr schwierige Börsenjahr 2018 stabil gemeistert. Wo liegt Ihre Performance aktuell?


Nach einem ausgezeichneten 2018 mit einem Plus von neun Prozent (im Vergleich zu den Weltaktienmärkten, welche deutlich negativ waren) sind wir auch 2019 sehr gut gestartet. Aktuell (Stand Anfang März) liegen wir in der Euro-Tranche mit plus acht Prozent vorne. Unser Leistungsausweis zeigt sich schon seit sieben Jahren und wir orientieren uns weiterhin langfristig. Alles andere ergibt in diesem Sektor, der über Jahrzehnte von immer mehr Konsumenten profitieren wird, die immer gesündere Proteine suchen, keinen Sinn.


An wen richtet sich Ihr Konzept, welche Risikobereitschaft und welchen Anlagehorizont sollte man mitbringen?


Wir sind ein Aktienfonds mit dem Fokus auf Fisch und Meeresfrüchte. Man sollte einen Anlagehorizont von mindestens vier bis sieben Jahre haben, da sich auch unsere Unternehmen dem systematischen Marktrisiko nicht gänzlich entziehen können. Kurzfristig von Emotionen und Ängsten ausgelöste Bewertungsschwankungen am Markt sagen aber nichts über die Qualität und Profitabilität einer Firma aus. Um den Wert einer Firma zu steigern, braucht es Zeit und Geduld. Fisch wird immer gegessen. Wie heißt es doch so schön: Geduld bringt Rosen.


Herr Baldegger, vielen Dank für dieses Interview!


 


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