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Die Ruhe vor dem Sturm Italiens Finanzmarkt zeigt sich vor der Wahl „selbstgefällig“

Flaggen Europa und Italien wehen im Wind. Foto: © Silvano Rebai / fotoliaDie Wahl in Italien könnte einen Sturm auslösen, der in ganz Europa zu spüren ist.

Italiens Aktien steigen, die Mehrheit der Ökonomen erwartet einen marktfreundlichen Wahlausgang. Doch die starken populistischen Parteien und unklaren Mehrheitsverhältnisse bringen neue Risikofaktoren in den Markt.


Die Europäischen Aktienmärkte sind für das Jahr 2018 bis auf eine Ausnahme im Minus – Italien. Der italienische FTSE MIB Index erzielte seit Jahresbeginn ein Plus von 4,3 Prozent. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum hat der DAX 3,6 Prozent verloren (siehe Chart). Auch Italiens Anleihen-Markt zeigt sich gelassen. Der Spread der Renditen zwischen zehnjährigen Staatsanleihen aus Italien und Deutschland ist auf dem tiefsten Niveau seit Oktober 2016. Dabei naht mit den Parlamentswahlen am vierten März die nächste große Risikowelle in Italien, welche auch auf andere Märkte Europas überschwappen könnte. Unklar ist, welchen Einfluss populistische Parteien, die einen Austritt aus der EU fordern, nach der Wahl ausüben könnten.

Ökonomen finden keine einheitliche Antwort auf diese Frage. Die Wahrscheinlichkeit einer Patt-Situation nach den Parlamentswahlen beträgt einer Umfrage von Bloomberg zufolge 38 Prozent. Hängt das „Parlament in der Schwebe“ (hung parliament), gehen die 15 befragten Ökonomen davon aus, dass es zu einer Großen Koalition aus der regierenden Demokratischen Partei" von Ministerpräsident Paolo Gentiloni und Silvio Berlusconis Forza Italia" kommen werde. Es bestehe aber auch eine 26 prozentige Möglichkeit, dass nach der Wahl keine Regierung gebildet werden könne und es zu Neuwahlen kommen könnte.

Aktien in 2018: Italiens Index schlägt den DAX

„Bei den italienischen Parlamentswahlen am 4. März wird es wohl keinen klaren Sieger geben. Verantwortlich dafür ist das neue Wahlsystem, das eine Pattsituation im Parlament nach sich ziehen und Gespräche über eine breite Koalition unausweichlich machen dürfte“, bestätigt Claudio Ferrarese, Co-Fondsmanager des Fidelity Flexible Bond Fund (ISIN: LU1492825564).

Ein Bündnis aus den größten Parteien, also der „Demokratischen Partei“, der „Forza Italia“ und der populistischen „Fünf-Sterne-Bewegung“ von Komiker Beppe Grillo, wäre für Ferrarese die nächstliegende Variante. Allerdings gründe die Unterstützung der Wähler für die Partei des Komikers Beppo Grillo vor allem auf ihrem Anti-Establishment-Profil und ihrer Weigerung, mit den traditionellen politischen Parteien gemeinsame Sache zu machen. Eine Koalition könne aber auch der Beginn einer neuen Phase sein, aus der die Protestbewegung als ernst zu nehmende politische Kraft hervorgehen könne, so der Fidelity-Markt-Experte (siehe Foto).

Gemischtes Bild: Auswirkungen auf die Märkte unklar

Die Mehrheit der Ökonomen aus der Bloomberg-Umfrage hält eine Regierung der Fünf-Sterne-Bewegung für das negativste Szenario für die Finanzmärkte. Es ist zwar abzusehen, dass die Partei von Beppe Grillo die meisten Stimmen wird einsammeln können. Die Wahrscheinlichkeit einer Regierungsbildung der Partei liege jedoch nur bei acht Prozent.

„Einen marktfreundlichen Wahlausgang halten wir weiterhin für das wahrscheinlichste Szenario“, glaubt auch Ferrarese. Er behält die Fünf-Sterne-Bewegung aber genau im Blick. „Meines Erachtens ist sie inzwischen einer Beteiligung an einer breiten Koalition weniger abgeneigt, als der Markt zurzeit vermutet.“

Die Gefahr einer von Populisten geführten Regierung ist also gering. Außerdem spielen die zähen Verhandlungen des Brexits den etablierten Parteien in die Hände. Sowohl „Fünf Sterne“ als auch die rechspopulistische „Lega Nord“ haben sich von der Forderung eines Referendums über den Austritt aus der EU distanziert.

Andererseits warnt Goldman Sachs, die Märkte seien in Bezug auf die Italien-Wahl zu „selbstgefällig“. ist eine Mehrheit für das günstigste Markt-Szenario, einer Mitte-Links-Koalition aus Demokratischer Partei und Forza Italia, ebenso unwahrscheinlich. Die Regierungsbildung könnte – wie in Deutschland – mehrere Monate in Anspruch nehmen und die Volatilität an den Märkten wieder erhöhen.

Die Momentaufnahme gleicht einer Ruhe vor dem Sturm. Doch zunächst heißt es: Abwarten und Ruhe bewahren.

22.02.2018,

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