FondsDISCOUNT.at: Ihr Deutschlandfonds - der S4A Pure Equity Germany - ist sehr gut durch die Turbulenzen des Februars gekommen, während einige ihrer Hauptmitbewerber im Bereich Aktienfonds Deutschland erhebliche Verluste erleiden mussten? Was war der Grund für diese relativ gute Performance?


Dr. Gaston Michel: Hierfür gibt es zwei wesentliche Gründe: Erstens ist der S4A Pure Equity Germany (ISIN: DE000A1W8960) aufgrund der defensiven Aktienselektion generell defensiver ausgerichtet als der DAX. Zweitens verzichten wir im Gegensatz zu einigen großen Fonds auf jegliche Form des Market Timing mit Derivaten – das heißt, wir sind in unserem Deutschlandfonds immer zu 100 Prozent in Aktien investiert. Nie weniger, aber auch – und dies in Marktabschwüngen natürlich besonders wichtig – nie mehr.


 


Sie sagen ihr Risiko sei aufgrund der Aktienselektion geringer als das des DAX. Wie ist hier der Zusammenhang?


Der systematische regelgebundene Investmentprozess unseres Deutschlandfonds leitet sich konsequent aus den Erkenntnissen der Wissenschaft ab. Die Kapitalmarktforschung hat gezeigt, dass der Anleger innerhalb des Aktienmarkts kein höheres Risiko eingehen muss, um eine höhere Rendite zu erwirtschaften. Im Gegenteil: Aktien mit besonders hohem Risiko haben im Schnitt eine deutlich geringere Rendite als der Rest des Marktes.


 


Können sie diesen Effekt näher erläutern? Wie hoch ist der Renditeabschlag von besonders riskanten Aktien im Durchschnitt?


Sortiert man beispielsweise die 30 Titel des DAX innerhalb einer Rückrechnung zu Beginn eines jeden Jahres basierend auf ihrer Volatilität (Schwankungsbreite) in fünf Portfolios so ergibt sich seit Januar 1988 folgendes Bild: Das Portfolio mit den gering volatilen, also risikoärmsten Aktien weist eine Outperformance von gut 2 Prozent pro Jahr auf. Gleiches gilt für das zweite Portfolio, deren Aktien immer noch sehr risikoarm waren. Wichtig ist vor allem der Blick auf das Portfolio mit den riskantesten Titeln. Dieses hat in den letzten 30 Jahren im Durchschnitt um fast 4 Prozent pro Jahr hinter dem Markt gelegen.


 


Ist diese deutliche Underperformance der riskantesten Aktien vor allem ein deutsches Phänomen?


Nein, die Analyse anderer Anlageuniversen wie dem europäischen „Stoxx 600“-Index oder dem US-amerikanischen „S&P 500“-Index zeigt ein ähnliches Bild: Auch hier weisen die riskantesten Aktien im langjährigen Durchschnitt eine deutliche Underperformance gegenüber dem Rest des Marktes auf.


 


Zurück zur Performance ihres Deutschlandfonds: Erreichen sie mit ihrem S4A Pure Equity Germany trotz der 100-prozentigen Aktienquote ein geringeres Risiko, weil sie einfach nicht in die riskantesten Titel investieren?


Ja, so kann man es sehen. Wir gewichten riskante Titel strukturell deutlich geringer als die Benchmark. Die Untergewichtung dieser Werte führte zu einem im Vergleich zum Markt geringeren Risiko und hat uns natürlich in dem aktuellen Marktabschwung geholfen, deutlich weniger zu verlieren als der DAX.


 


Ist diese Vermeidung riskanter Aktien auch das Erfolgsgeheimnis hinter der stetigen Outperformance des S4A Pure Equity Germany? Immerhin konnte ihr Fonds den DAX seit Auflage im Dezember 2013 in jedem Jahr hinter sich lassen.


Der Grund für die stetige Outperformance des S4A Pure Equity Germany liegt meines Erachtens darin, dass wir insgesamt unser Portfolio immer anhand von klaren Anlageregeln strukturieren. Dies verhindert, dass wir in die klassischen psychologischen Fallen wie Gier und Angst hineintappen. Die Anlageregel „Untergewichtung der riskantesten Aktien“ ist hierbei nur ein Baustein von vielen.


 


Bezüglich des Risikos erwähnten sie noch den Aspekt, dass sie nie über- bzw. unterinvestiert sind, sondern immer zu 100 Prozent in Aktien anlegen. Können sie den Aspekt näher erläutern?


Manche Fonds erhöhen ihre Aktienquote auf über 100 Prozent, wenn sie denken, dass der Markt demnächst steigen wird – mittels Futures oder anderen Derivaten. Die teilweise hohen Verluste können daher resultieren, dass die Fondsmanager einfach auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Dies konnte uns nicht passieren, da wir innerhalb des S4A Pure Equity Germany keinerlei „Market Timing“ betreiben: Unser Fonds ist immer zu 100 Prozent investiert und wir investieren konsequent nicht in Derivate wie Futures oder Optionen.



Tipp: Den S4A Pure Equity Germany (ISIN: DE000A1W8960) können Sie über FondsDISCOUNT.at ohne Ausgabeaufschlag kaufen.