Bei Künstlicher Intelligenz (KI) handelt es sich zunächst einmal um ein Teilgebiet der Informatik, welches sich mit der Automatisierung intelligenten Verhaltens befasst. Der Begriff ist insofern nicht eindeutig abgrenzbar, als es bereits an einer genauen Definition von Intelligenz mangelt. Laut Wikipedia bezeichnet Künstliche Intelligenz, im Englischen artificial intelligence, den Versuch, einen Computer so zu programmieren, dass er eigenständig Probleme bearbeiten kann (schwache KI). Das menschliche Denken soll in Einzelbereichen unterstützt werden – wobei die Fähigkeit zu lernen ein Hauptbestandteil des Systems sein muss.


 


Robo-Advisory – Digitale Vermögensverwalter


Derartige Systeme halten dank gestiegener Rechnerleistung inzwischen auch Einzug ins Asset Management. Ein hierzulande noch recht junges, in den Medien aber relativ präsentes Feld ist der Einsatz so genannter Robo-Advisor. Unter Robo-Advisorn versteht man intelligente Systeme, die unter Einsatz von Algorithmen ohne menschliche Beteiligung Anlageempfehlungen für ein optimiertes Portfoliomanagement aussprechen, beziehungsweise diese auch gleich umsetzen.


Hierfür beantwortet der Anleger am Computer zunächst einige Fragen, die sich unter anderem auf seine finanziellen Verhältnisse, den Anlagehorizont oder die Risikoneigung beziehen können. Anschließend erhält er Vorschläge zur Depotumsetzung (Self-Service). In der Full-Service-Variante machen die „Robos“ nicht nur Anlagevorschläge und vermitteln das Portfolio, sie verwalten das Depot danach auch eigenverantwortlich. Der Zugang zu den unterschiedlichen Assetklassen erfolgt meist über Investitionen in Exchange Traded Funds (ETF).


Umschichtungen finden entweder permanent oder im Rahmen turnusmäßiger Überprüfungen statt, sofern sich die vorgegebene Gewichtung der verschiedenen Anlageklassen verschoben hat. Bei einigen Anbietern erfolgen auch Anpassungen an die Marktlage und es kommen zum Teil sogar Risikomanagement-Technologien zum Einsatz. Menschliche Emotionen – und hier liegt sicherlich ein Vorteil der Robo-Advisor – werden bei dieser Art der Geldanlage konsequent ausgeblendet.


 


Deep-Learning-Modelle


Ein weiterer Bereich der Vermögensanlage, in dem Künstliche Intelligenz zum Einsatz kommt, ist die computerbasierte Optimierung einzelner Anlagestrategien. Stark verkürzt wird dem Computer hierbei „aufgegeben“, in historischen Daten, bei denen es sich beispielsweise um Kurs-, Umsatz und Volatilitätszeitreihen, Unternehmens- oder Bewertungskennziffern handeln kann, bestimmte Muster zu erkennen und aus diesen unter Vorgabe von Rahmenbedingungen für das jeweils aktuelle Marktszenario konkrete Investitionsentscheidungen abzuleiten.


Dabei passen die Programme die Regeln, die sie sich in letzter Konsequenz selbst geben, immer wieder an neue Bedingungen wie etwa das Börsenumfeld an. Diese Art des sogenannten Deep Learning ist zwar nicht grundsätzlich neu. Die mit ihr erzielten Ergebnisse werden aber immer besser – insbesondere durch gestiegene Rechenleistung sowie verbesserte Lernmethoden.


 


KI auf die hauseigene Strategie angewendet


Dies macht sich unter anderem auch die Wallrich Wolf Asset Management AG zu Nutze. Auf unsere seit vielen Jahren bewährte „Prämienstrategie“ haben wir mit Hilfe des Mainzer IT-Spezialisten Marcel Heintz einen komplexen Computeralgorithmus aufgesetzt. Dieser arbeitet mit einer Mischung aus Backtesting und der oben beschriebenen Art der Künstlichen Intelligenz (Mustererkennung).


Unser IT-Profi hat auf Basis unserer Prämienstrategie zunächst nach einem Regelwerk als Anleitung für Investitionsentscheidungen gesucht. Anschließend wurde dieses Regelwerk durch Mutationen des Algorithmus unter Bezugnahme auf historische Daten weiter verbessert. Dies geschah durch Mustererkennung und – je nach Erfolg oder Misserfolg – durch die anschließende „Belohnung“ oder „Bestrafung“ für die getätigten Optimierungsversuche. Das Regelwerk musste sich sowohl in Krisen- als auch in guten Börsenzeiten bewähren. Heintz hat das System in verschiedenen Testzeiträumen geprüft und bewertet, bevor es Anfang Dezember 2017 scharf geschaltet wurde. Seither kommt der Algorithmus in unserem Wallrich Wolf AI Prämienstrategie Fonds zum Einsatz.


Vereinfacht gesagt ist es seither die Aufgabe des Computers, die aktuellen Kurse des Euro Stoxx 50, die Volatilität und die Preise der an der Terminbörse Eurex gehandelten Verkaufsoptionen auf den genannten Index mit denen der Vergangenheit zu vergleichen. Werden Muster erkannt, wendet er die mittels intelligenter Computeralgorithmen optimierten Investitionsregeln an – und schlägt vor, welche konkreten Stillhalterpositionen auf den Eurostoxx 50 eingegangen werden sollten.


 


So soll es weitergehen


Die Maschine arbeitet mit der Vorgabe, einen Teil des Portfolios permanent investiert zu halten, um regelmäßige Erträge durch den Optionsverkauf zu generieren. Gleichzeitig soll sie abhängig von der Volatilität den Investitionsgrad hinauf- oder hinunterfahren. Bei geringen Marktausschlägen wird weniger investiert, bei starker impliziter Volatilität und damit sehr hohen Prämien kann die Investitionsquote des Portfolios sogar auf über 100 Prozent ansteigen.


Dabei bewertet laut IT-Spezialist Heintz das System seine Ergebnisse permanent und hinterfragt ständig, wie sich diese zukünftig weiter verbessern lassen. Herkömmlichen Computerprogrammen ist es praktisch unmöglich, selbstständig nicht-lineare Zusammenhänge zu erkennen. Dagegen kann der Algorithmus, der bei unserem AI Prämienstrategie Fonds zum Einsatz kommt, sein Verhalten ändern, wenn neue Daten eintreffen. Der Computer beziehungsweise das entsprechende Programm lernen kontinuierlich hinzu.


In Zukunft soll der „Intelligenzfaktor“ des Fonds weiter sukzessive erhöht werden. Wir haben beispielsweise schon zusätzliche Volatilitätsvariablen mit einbezogen. Außerdem soll der Algorithmus so weiterentwickelt werden, dass Optionspositionen, die bei kurzer Restlaufzeit weit aus dem Geld notieren und damit nur noch geringe Prämien aufweisen, vorzeitig geschlossen werden. Mittelfristig planen wir außerdem, möglicherweise auch Wechselkurse und makroökonomischen Daten in die Entscheidungspfade des Programms einzubeziehen. Zudem besteht die Möglichkeit, verschiedene Fonds mit grundsätzlich gleicher Strategie, aber unterschiedlichen Chance-Risiko-Profilen aufzulegen, und damit sehr kosteneffizient unterschiedliche Portfolien zu verwalten.


 


Zur Prämienstrategie: Bei der Prämienstrategie werden an der Terminbörse Eurex Puts auf Aktie und Indizes verkauft. Die Käufer der Optionen erwerben damit das Recht, den zugrundeliegenden Basiswert zum Basispreis an den Stillhalter zu verkaufen. Für das sich daraus ergebende Risiko erhält der Verkäufer eine Optionsprämie. Diese fällt umso höher aus, je größer das Risiko ist, aus den Puts in Anspruch genommen zu werden. Gewinne erzielen Anwender der Strategie bei steigenden, stagnierenden und leicht fallenden Kursen des Underlyings. Bei stark fallenden Aktienkursen entstehen zwar Verluste, diese fallen aufgrund der eingestrichenen Prämien aber geringer als bei einem Direktinvestment in den Basiswert aus.


 


Zur Person: Stefan Wallrich ist Vorstand der Frankfurter Vermögensverwaltung Wallrich Wolf Asset Management AG. Der mithilfe von KI gesteuerte Fonds Wallrich Wolf AI Prämienstrategie (ISIN: LU0328585541, AI steht für artificial intelligence) ist seit Dezember 2017 verfügbar. Er verwaltet derzeit rund 8 Millionen Euro.


 


Tipp: Über FondsDISCOUNT.at kaufen Sie den vorgestellten Fonds ohne Ausgabeaufschlag.