Volkswagen, BMW, die Schwarz Gruppe und Aldi zählen mit zu den umsatzstärksten Familienunternehmen in Deutschland. Doch neben diesen bekannten Konzernen gibt es noch eine Vielzahl weiterer Unternehmen, in denen die Gründerfamilie eine herausragende Rolle spielt. Laut einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung sind ganze 91 Prozent der in Deutschland ansässigen Betriebe als Familienunternehmen einzuordnen; etwa 55 Prozent des Umsatzes aller Unternehmen stammen aus diesem Segment. Nach Zahlen des Portals „Die deutsche Wirtschaft“ erwirtschafteten familiengeführte Unternehmen im Jahr 2017 zusammen einen Umsatz von 1,73 Billionen Euro. Damit gelten Familienunternehmen als ein Kernbestandteil der deutschen Wirtschaft.


Gemeinsam sind Unternehmen wie Bosch, Continental, Schaeffler oder der Würth-Gruppe – aber auch den vielen kleinen und mittelgroßen Firmen – die kapital- und kontrollrechtlichen Strukturen: Hier leiten die Eigentümer ihre Unternehmen entweder selbst oder aber gemeinsam mit bestellten Fremdmanagern, so eine Definition des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM). Andere Organisationen fassen den Begriff etwas weiter und schließen auch Unternehmen ein, in denen Eigentum und Leitung zwar getrennt sind, aber von natürlichen Einzelpersonen oder Familien kontrolliert werden – auch wenn der Inhaber nicht zwingend aktiv im Geschäft tätig sein muss.


Diese starke Rolle des Eigentümers macht auch zugleich die Besonderheit familiengeführter Unternehmen aus: Im Gegensatz zu Aktiengesellschaften, die nur ihren Anteilseignern verpflichtet sind, planen und agieren vor allem kleine Familienunternehmen eher langfristig und nachhaltig. Diese Eigenschaft macht diese Betriebe auch resistenter in Krisenzeiten. Wie das Institut für Mittelstandsforschung untersucht hat, konnten die größten deutschen Familienunternehmen im Gegensatz zu Nicht-Familienunternehmen in den Krisenjahren von 2007 bis 2009 ihre Eigenkapitalausstattung sogar von 30,1 Prozent auf 33,5 Prozent aufstocken.


Auch an der Börse macht sich diese Überlegenheit bemerkbar. So schlug der DAXplus Family-Index, welcher 30 Werte mit dominierenden Gründerfamilien umfasst, zum Beispiel in den vergangenen drei Jahren den Leitindex DAX um Längen (siehe Chart).  


Aktienfonds mit Fokus auf Familienunternehmen


Wer nun statt in Einzelwerte in breit streuende Fonds investieren möchte, könnte sich zum Beispiel den GS&P Fonds Family Business (ISIN: LU0179106983) näher ansehen. Der Ende 2003 aufgelegte Aktienfonds investiert europaweit, im Portfolio dominieren aber deutsche Werte. Zu den Top-Holdings zählen zum Beispiel Fielmann, der finnische Aufzugsspezialist Kone oder die Swatch Group. In den vergangenen fünf Jahren brachte es diese Mischung auf eine Performance von 16,73 Prozent (FWW, 18.05.2018).


Seit 2009 erhältlich ist der Bellevue Funds BB Entrepreneur Europe (ISIN: LU0415391860), der ebenfalls in europäische Unternehmen investiert, welche vorwiegend von Eigentümern geführt werden. Nach Regionen führt aktuell Frankreich; im Portfolio finden sich ebenfalls der Uhrenhersteller Swatch, aber zum Beispiel auch der Medienkonzern Publicis oder der Computerzubehör-Hersteller Logitech. Die Wertentwicklung im Fünf-Jahreszeitraum betrug 51,60 Prozent (FWW, 18.05.2018).


Im Jahr 2015 startete der Berenberg 1590 Aktien Mittelstand (ISIN: DE000A14XN59), der auf Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum fokussiert, in denen die Gründerfamilien eine wichtige Rolle in der Unternehmensleitung spielen. Der Fonds hält Anteile an der Dürr AG, Zalando, Patrizia Immobilien oder etwa Symrise. Die vorliegenden Kennzahlen weisen eine Performance von 56,70 Prozent in zwei Jahren aus (FWW, 18.05.2018).

Auch der 2008 aufgelegte ODDO BHF Génération (ISIN: FR0010574434 ) investiert in Unternehmen mit vorzugsweise einer  stabilen und dauerhaften, oft familiären, Aktionärsstruktur. Im Portfolio finden sich Titel wie Volkswagen, SAP und Fresenius Medical Care.  Die Fünf-Jahres-Performance liegt bei 69,84  Prozent.


Tipp: Alle genannten Fonds lassen sich auch als Sparplan einrichten und sind über FondsDISCOUNT.at ohne den branchenüblichen Ausgabeaufschlag erhältlich.


Der Chart bildet aus Gründen der Vergleichbarkeit die Entwicklung in einem Jahr ab: