Der demografische Wandel ist in Deutschland kein ganz neues Thema. Seitdem die Geburtenraten in den 1970er-Jahren zurückgingen, entstand dieser Diskurs und wurde in der Öffentlichkeit mehr und mehr wahrgenommen. Einhergehend mit den Geburtenrückgängen kann ein anderer Trend beobachtet werden: Die Bevölkerung wird sukzessive immer älter. Dieser Wandel lässt sich in allen westlichen Industriestaaten und in Japan seit einiger Zeit beobachten. Neuerdings ist dieser Trend auch in den Schwellenländern feststellbar. Vor allem in Asien wächst durch den zunehmenden Wohlstand die Mittelschicht, die Bevölkerung wird auch hier künftig immer älter werden. Durch diese Entwicklungen gerät der Gesundheitssektor mehr und mehr ins Visier von Investoren.


Zukunftsmarkt Medizintechnik


Die Medizintechnikindustrie wächst global stetig an. Laut Euro FundResearch werden die Umsätze von rund 450 Milliarden US-Dollar im Jahr 2019 auf knapp 600 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 steigen. Deutschland hat große Marktanteile und konnte laut dem Bundesverband für Medizintechnik im Jahr 2017 in diesem Bereich 30 Milliarden Euro umsetzen. Auch das Zukunftsmanagement-Unternehmen FMG sieht in dieser Branche einen Wachstumsmarkt und merkt an, dass durch den verstärkten Einsatz vernetzter medizintechnischer Geräte die Menge der verfügbaren Gesundheitsdaten rasant anwachse. MedTech-Unternehmen könnten sich mit Big-Data-Lösungen Wettbewerbsvorteile sichern, Einsparpotenziale generieren und neue Geschäftsfelder erschließen. Durch das breite Spektrum an innovativen E-Health- und E-Care-Lösungen werden laut dem Institut Behandlungen weiter aus dem stationären in den ambulanten Bereich verlagert. So könne man den Weg zu einem selbstbestimmteren Patienten ebnen. Das Institut führt zwölf wichtige Trends an, welche bis zum Jahr 2030 eine zunehmende Rolle spielen: Internet der Dinge, Big Data, Virtualisierung, 3D-Druck, Salutogenese, Mensch-Maschine-Schnittstelle, Sensorisierung, Automatisierung und Robotisierung, Dematerialisierung, Wearables und Implantables, Werkstoff-Innovationen und Individualisierung. Prognostiziert wird zudem, dass der Anteil der Schwellenländer im globalen MedTech-Markt zunehmen wird, da die heimischen Unternehmen den dortigen wachsenden Bedarf besser verstehen und erfüllen könnten.


 



Quelle: Euro FundResearch/Statista


Diese Healthcare-Fonds performen


Fonds, die in die globale Gesundheitsbranche investieren, konnten laut Euro FundResearch in den vergangenen fünf Jahren ihren Wert beinahe verdoppeln. Anhand einer hauseigenen Analyse wurden die Fonds im Bereich Healthcare/Medizintechnik ermittelt, welche am besten in den letzten fünf Jahren performed haben. Berücksichtigt wurden dabei nur Fonds, die ein Mindestvolumen von 100 Millionen Euro halten. Den ersten Platz in der Auswertung erreichte der Fonds International Health Care A (ISIN: LU0058720904), im Jahr 1995 von Alliance Bernstein aufgelegt. Der Fonds nimmt Bezug auf die Überalterung der Gesellschaft in Industrieländern sowie auf künftige zahlungskräftige Mittelschichten in vielen Schwellenländern als zwei Merkmale der demographischen Entwicklungen. Daher investiert Fondsmanager Vinay Thapar in globale Aktien aus dem Pharmabereich, Biotechnologie, Medizintechnik und medizinische Dienstleistungen. Der Fonds kann zudem auf die hohe Expertise der KAG im Management von Assets im Gesundheitswesen zurückgreifen. Auf den zweiten Rang kam der Fonds Medical BioHealth (ISIN: LU0119891520) aus dem Hause Hauck & Aufhäuser. Dieser von der Medical Strategy GmbH beratene Fonds investiert gezielt in die Aktien innovativer Unternehmen aus den zukünftigen Wachstumssegmenten des Healthcare-Sektors. Die Top Holdings im Portfolio sind Array Biopharma, Seattle Genetics und Biomarin Pharmaceutical. Der Fonds BGF World Healthscience A (ISIN: LU0171309270) aus der Produktpalette von BlackRock nimmt im Ranking den dritten Platz ein. 70 Prozent seines Gesamtvermögens legt der Fonds in Aktienwerte von Unternehmen an, deren Geschäftsaktivitäten überwiegend in den Bereichen Gesundheit, Pharmazeutik und Medizintechnologie, der medizinischen Versorgung sowie in der Entwicklung der Biotechnologie liegen. Abbott Laboratories, Pfizer und Unitedhealth Group sind aktuell die größten Treiber im Portfolio.


 


Diese drei Fonds in der 5-Jahres-Historie



Neuer Fonds mit Potenzial


Im Jahr 2013 gründete Dr. Andreas Bischof die nova funds GmbH. Das Anliegen war, Investmentprodukte zu entwickeln, die neuartig und originell sind und Anlegern zugleich einen Mehrwert bieten. Mit dem Fonds nova Steady HealthCare (ISIN: DE000A1145J0) aus dem Jahr 2015 wurde diese Idee umgesetzt. Das Anlageuniversum bilden rund 1.600 „untypische“ Gesundheitsaktien, wovon es zwanzig bis dreißig ins Portfolio schaffen. Hierbei werden Aktien von Gesundheitsunternehmen mit besonders stetigen Geschäftsmodellen und nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen auf Basis der Fundamentalanalyse selektiert. Der Bereich Healthcare umfasst Health Care Distributors, Health Care Equipment, Health Care Facilities, Health Care Services, Health Care Supplies, Health Care Technology, Life Science Tools & Services und Managed Health Care, Pharmaceuticals. Vor der Gründung der nova fund management GmbH betreute Dr. Bischof neun Jahre lang eines der weltweit größten Investmentportfolios im Gesundheitssektor im Rahmen seiner Tätigkeit bei der Allianz SE / Allianz Global Investors in München. 


 


Der Fonds in der 3-Jahres-Historie