Wie das Fachblatt für die Werbebranche „Horizont“ berichtet hat, sind die beiden Springer&Jacoby-Gründer vor kurzem in die Finanzwelt eingestiegen. Ihr Fonds „Proud@Work“ (ISIN: DE000A2JF9B6) setzt auf Unternehmen, die sich durch eine starke Firmenkultur auszeichnen. Denn, so der Ansatz, wer stolz auf seine Arbeit und mit vollem Engagement dabei ist, treibt die Entwicklung seines Unternehmens voran. Reinhard Springer und Konstantin Jacoby zeigen sich von ihrem Konzept überzeugt – dem Bericht zufolge wollen die ehemaligen Agenturchefs selbst Geld in ihrem Fonds anlegen.


Laut Factsheet investiert der Fonds in nationale und internationale Aktien und Anleihen von Unternehmen, „deren Mitarbeiter stolz darauf sind, in dem Unternehmen beschäftigt zu sein“. Unternehmen mit engagierten Mitarbeitern sollen diesem Verständnis nach ihre Ziele besser erreichen und somit auch wirtschaftlich insgesamt erfolgreicher sein. Nicht zuletzt kann dies auch auf potenzielle Bewerber ausstrahlen – im Kampf um die besten Mitarbeiter ein nicht zu unterschätzender Aspekt.


Die Frage ist nun, wie sich „Unternehmensstolz“ messen lässt. Hier kommt der Dienstleister „Great Place to Work“ ins Spiel. Das Forschungs- und Beratungsinstitut hat sich auf Mitarbeiterbefragungen spezialisiert und zeichnet regelmäßig die besten Arbeitgeber in Deutschland, Europa und weltweit aus (aktuelle Listen finden Sie hier). Die von Great Place to Work ermittelten Unternehmen bzw. Indexwerte sind dann – nach umfassender Analyse der Fundamental- und Finanzdaten – interessant für das Fondsportfolio.


Ein Ausgabeaufschlag fällt nicht an. Auch laufende Kosten und Provisionen werden nicht erhoben – solange der Fonds das Renditeziel nicht erreicht. Im Factsheet heißt es dazu: „Es werden 50 Prozent pro Jahr der positiven Wertentwicklung über dem Referenzwert drei Prozent p.a. (absolut positive Anteilswertentwicklung) als Erfolgsvergütung berechnet, jedoch insgesamt höchstens 50 Prozent. Eine negative Wertentwicklung muss aufgeholt werden. Weitere Vergütungen und Kosten fallen nicht an.“


Auflagedatum des Mischfonds war der 2. Januar 2019, Kapitalverwaltungsgesellschaft ist Hansainvest. Das Fondsmanagement ist ausgelagert an die Aramea Asset Management AG.


Bereits seit 2015 erhältlich: Sycomore Happy@Work


Ein ähnliches Konzept verfolgt der 2015 aufgelegte Aktienfonds Sycomore Happy@Work (ISIN: LU1301026388). Auch hier investiert das Investmentteam in (europäische) Unternehmen, die ihre Mitarbeiter besonders wertschätzen. Die Auswahl der Wertpapiere erfolgt nach Angaben der Gesellschaft über eine Fundamentalanalyse in Kombination mit einer ESG-Analyse, wobei dem Aspekt „Soziales“ Vorrang vor den Dimensionen Umwelt (Environment) und Unternehmensführung (Government) eingeräumt wird. Ergänzend bezieht das Management die Einschätzungen von Experten, Personalchefs und Mitarbeitern in die Analyse ein. Zu den größten Positionen im Portfolio zählen der Elektrotechnik- und Energiemanagement-Konzern Schneider Electric, der Reifenhersteller Michelin, Ubisoft Entertainment oder zum Beispiel Heineken. Auf Drei-Jahressicht erzielte der Fonds eine Performance von 18,4 Prozent, nach einem zwischenzeitlichem Minus liegt die Performance seit Jahresbeginn bei 10,96 Prozent (Stand: 14.03.2019, Quelle: FWW). Die laufenden Kosten liegen bei zwei Prozent, die Gesellschaft erhebt zudem einen Ausgabeaufschlag in Höhe von drei Prozent, welcher über FondsDISCOUNT.at jedoch vollständig rabattiert wird.


Fazit: Die Idee, die Leistungsträger eines Unternehmens – die Mitarbeiter – in den Fokus der Titelauswahl zu stellen, erscheint schlüssig und bietet einen alternativen Zugang zu aussichtsreichen Unternehmen im Gegensatz zur rein klassischen Analyse von Finanz- und Unternehmensdaten. Als Beimischung zu einem diversifizierten Portfolio können solche Fonds eine interessante Ergänzung darstellen. Ob sich die Konzepte auf lange Sicht bewähren, bleibt abzuwarten.