Wie angekündigt, treten heute die Änderungen in den Indizes der Deutschen Börse in Kraft. Die umfassende Indexreform hebt die bestehende Trennung nach den Segmenten Tech und Classic auf. Unternehmen im DAX, die dem Technologiesektor zugeordnet sind, können jetzt auch in den TecDAX aufgenommen werden. Zudem können Werte aus dem TecDAX jetzt auch gleichzeitig im MDAX und im SDAX notieren. Außerdem wurde in diesem Zug der MDAX auf 60 Werte, der SDAX auf 70 Werte vergrößert. Der Technologie-Index TecDAX umfasst weiterhin 70 Einzelwerte.


Im DAX musste heute die Commerzbank ihren Platz für die Wirecard AG räumen. Der Zahlungsabwickler gilt als Aufsteiger im TecDAX. Die Commerzbank hingegen ist ab sofort im MDAX gelistet. Die Wechselübersicht der Deutschen Börse ab dem 24. September kann hier eingesehen werden.


Diese Änderungen dürften vor allem Auswirkungen für passive ETFs haben, welche die Indizes lediglich nachbilden. Experten wie etwa Dr. Christian Funke vom Frankfurter Vermögensverwalter Source for Alpha erwarten Einbußen für Anleger, die über ETF in deutsche Werte investieren. Der Hintergrund: „Indexumstellungen sind häufig schlechte Zeiten für passive Investoren, da einige Marktakteure die prognostizierbaren Handelsströme ausnutzen können. Unternehmen deren Indexaufnahme bevorsteht, laufen in den Wochen zuvor meistens sehr gut, da absehbar ist, dass sie demnächst große Mittelzuflüsse der passiven Investoren verzeichnen können. Wenn sie dann im Index aufgenommen wurden, sind sie häufig überbewertet. Ihre Performance hinkt dann dem Markt eher hinterher und zieht die Rendite des Index nach unten. Bei Unternehmen, welche den Index verlassen müssen ist es genau umgekehrt: Sie sind einem erheblichen Verkaufsdruck durch indexbasierte Fondsinvestoren ausgesetzt. Demzufolge sind sie häufig unterbewertet, wenn sie den Index verlassen“, erklärt der Vorstand und Fondsmanager im FondsDISCOUNT.at-Interview. Funke und sein Team wollen als aktive Investoren von dem durch die Indexumstellung ausgelösten Handelsdruck profitieren und nun die Commerzbank ins Portfolio nehmen.


Dass sich aktives Fondsmanagement lohnen kann, zeigt etwa das folgende Chartbild, in dem erfolgreiche Fonds mit dem iShares-Core-DAX-ETF verglichen werden: