Service-Telefon täglich von 8 bis 22 Uhr:   01 365215

Suche: WKN/ISIN, Beteiligungen, Gesellschaften

Umweltfonds Rohstoffe: Zu wertvoll für die Tonne

Recycling von Elektroschrott Foto: © / mekcar / FotoliaDie Menge an Elektroschrott nimmt ständig zu

Das weltweite Müllaufkommen wächst kontinuierlich. Recyclingunternehmen retten dabei nicht nur wertvolle Rohstoffe, sondern bieten darüber hinaus auch nachhaltige Investmentchancen. Mit diesen Fonds erhalten Sie Zugang zu den großen Playern.


Ausrangierte Kühlschränke am Straßenrand, alte Matratzen, die an Straßenlaternen lehnen, dazwischen defekte Kleingeräte und viel Plastik: In bestimmten Gegenden Berlins hat man nicht gerade den Eindruck, dass es mit dem Umweltbewusstsein der Hauptstädter weit her ist. Doch was Anwohner und Bezirksverantwortliche ärgert, ist zugleich auch eine große Verschwendung – denn im Müll sind wertvolle Rohstoffe wie Metalle und Kunststoffe verborgen. Diese sogenannten Sekundärrohstoffe zurückzugewinnen und wieder für die Industrie nutzbar zu machen, ist Aufgabe der Recyclingindustrie – mittlerweile ein Milliardenmarkt.

Denn mit zunehmendem Wohlstand auf der Welt wächst auch das globale Müllaufkommen. Im Jahr 2013 produzierte die Weltbevölkerung jeden Tag 3,5 Millionen Tonnen Abfall. Nach Schätzungen der Weltbank könnten es im Jahr 2025 aber bereits über sechs Millionen Tonnen täglich sein – eine unfassbare Menge. In den Industrieländern hängt dies vor allem mit den veränderten Lebens- und Konsumgewohnheiten zusammen. Statt Filterkaffee aufzubrühen, werden aufwendig verpackte Kaffee-Kapseln verwendet, unterwegs holt man sich gerne einen Coffee to go im Becher. Statt Geräte zu reparieren, wird vieles weggeworfen – man möchte schließlich auf dem neuesten Stand sein und es scheint oftmals günstiger, das Geld lieber für eine Neuanschaffung auszugeben. Und nicht zuletzt trägt der zunehmende Online-Handel zum wachsenden Müllberg aus Verpackungen bei.

Doch auch in den Schwellenländern vollziehen sich rasante Veränderungen: Mit steigendem Wohlstand werden die Konsumgewohnheiten der Industrieländer nach und nach übernommen und in der Folge fällt mehr Abfall an. Problematisch ist dies, weil es in ärmeren Ländern vielfach keine professionelle Entsorgungswirtschaft gibt, sondern der Müll auf wilden Deponien landet – mit dramatischen Folgen für Umwelt und Gesundheit. Weltweit werden nur etwa 25 Prozent des Abfalls systematisch gesammelt und sortiert. In vielen Ländern herrscht somit ein enormer Nachholbedarf, was eine moderne Infrastruktur rund um den Müll betrifft.

Wertvolle Rohstoffe zurückgewinnen

Am Beispiel von Elektroschrott lässt sich erahnen, wie wichtig Recycling nicht nur für die Umwelt, sondern auch aus finanziellen Gründen ist. Elektronikmüll gilt dabei als die am meisten wachsende Müllsorte: Zwischen 2014 und 2016 stieg die Menge um ganze acht Prozent pro Jahr. Alte Computer, Handys, Radios oder Mikrowellen – all dies landet aufgrund der kürzeren Produktlebenszyklen viel schneller im Müll. Pro Jahr entsorgt jeder Mensch im Schnitt 6,1 Kilogramm Elektroschrott. Weltweit fallen somit etwa 45 Millionen Tonnen an. Die Internationale Fernmeldeunion (ITU) schätzt, dass es bis zum Jahr 2021 sogar 52 Millionen Tonnen sein werden. Davon werden weltweit aber gerade einmal 20 Prozent wiederverwertet. Laut den ITU-Ökonomen befanden sich allein im Elektromüll des Jahres 2016 wiederverwertbare Materialien im Wert von 55 Milliarden Dollar. Darunter so wertvolle Rohstoffe wie Gold im Wert von rund 18,8 Milliarden Dollar, Kupfer im Wert von etwa 9,5 Milliarden Dollar sowie Aluminium, Eisen und Palladium im Wert von jeweils etwa 3,6 bis 3,4 Milliarden Dollar.

Um dieser Verschwendung von raren Industrie- und Edelmetallen Herr zu werden, wollen immer mehr Länder ihre Recyclingquoten erhöhen. Mittlerweile haben fast 70 Staaten Richtlinien für den Umgang mit Elektromüll. Für die Umwelt, aber eben auch für die an diesem steigenden Bewusstsein verdienenden Recyclingunternehmen sind dies gute Aussichten. Ihr Geschäftsmodell dürfte weiterhin stark profitieren.

Saubere Unternehmen im Depot

Aufgrund dieses Potenzials können Umweltfonds, die in Recyclingunternehmen investieren, eine interessante Ergänzung zu einem diversifizierten Depot darstellen. Eine Investitionsmöglichkeit wäre etwa der RobecoSAM Smart Materials Fund (ISIN: LU0175575991). Zu den größten Positionen des 1999 aufgelegten Aktienfonds zählt der US-Verbundwerkstoffproduzent Hexcel Corporation. Das Unternehmen hat sich unter anderem auf das Recycling von Karbonfasern spezialisiert. Die Vermögenswerte im Fonds sind global gestreut, wobei US-Unternehmen mit einem Anteil von rund 41 Prozent dominieren.

Auch der 2008 aufgelegte Vontobel Fund Clean Technology (ISIN: LU0384405600) setzt auf Unternehmen, die ihr Geld mit Technologien zur Verringerung von Klimaveränderungen sowie Luft- und Wasserverschmutzung verdienen. Im Portfolio des 2008 aufgelegten Fonds findet sich zum Beispiel die französische Gesellschaft Suez Environment, welche sich auf die Bereiche Recycling, Abfallentsorgung und Filtertechnologien fokussiert. Nach Ländern sind auch hier die USA mit etwa 45 Prozent am stärksten gewichtet.

Schon seit 1996 am Markt behauptet sich der ÖkoWorld ÖkoVision Classic (ISIN: LU0061928585). Investiert wird weltweit in Unternehmen aus den Branchen regenerative Energien, umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen, ökologische Nahrungsmittel, Umweltsanierung und regionale Wirtschaftskreisläufe – insofern hält der Fonds auch Anteile an der amerikanischen Gesellschaft Waste Management. Das Unternehmen ist im Bereich Abfallwirtschaft tätig und ist im Aktienindex S&P 500 gelistet.

Welche Wertentwicklung Anleger mit den genannten Fonds in den vergangenen fünf Jahren erzielen konnten, zeigt das Chartbild.

08.03.2018,

Bei Fragen und Anregungen zu diesem Artikel schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an die redaktion@fondsdiscount.at oder rufen uns unter der Service-Nummer 01 365215 an. Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

Produkte zu diesem Thema

RobecoSAM Smart Materials Fund (EUR) B von GAM (Luxembourg) S.A.
ÖkoWorld ÖkoVision Classic C von ÖkoWorld Lux S.A.
Vontobel Fund - Clean Technology B-EUR von Vontobel Asset Management S.A.

Alle Anlagen an Wertpapierbörsen sind mit Risiken verbunden:

  • Die Wertentwicklung eines Fonds wird maßgeblich von der Wertentwicklung der Anlagewerte bestimmt. Daraus ergibt sich das Risiko von finanziellen Verlusten wenn sich Marktpreise von bestimmten Werten ändern.
  • Das Risiko des Fondsmanagements besteht darin, dass der Fondsmanager Entscheidungen trifft, die eventuell nicht den Zielvorstellungen der Anleger entsprechen, oder die dazu führen, dass sich der Fonds negativ entwickelt.
  • Von den angelegten Beträgen gehen Kosten für die Fondsverwaltung usw. ab. Das kann dazu führen, dass sich Fonds im Vergleich zur direkten Anlage, z.B. in Aktien, nicht proportional entwickeln.
  • Wertentwicklungen der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Erträge. Wer Ranglisten und Statistiken als Entscheidungsgrundlage für eine bestimmte Fondsanlage nutzen will, sollte auf die Voraussetzungen achten, unter denen derartige Rang- und Bestenlisten erstellt wurden.
  • Je nach Fondsart, Ausrichtung und Fondskonstruktion ergeben sich spezielle Risiken für den Anleger, z.B. Verluste durch Währungsschwankungen. Weitere Details entnehmen Sie bitte dem Verkaufsprospekt.

Ähnliche Artikel finden

» » » Umweltfonds - Rohstoffe: Zu wertvoll für die Tonne

Suchbegriffe, die Leser mit diesem Thema verbinden


Mehr aus dem Bereich Investmentfonds

Börsenstimmung Börsenstimmung - Derzeit gefragt: Wirecard, Amazon – und ein Cannabisproduzent Die Tradingaktivität war im Oktober so hoch wie seit zwei Jahren nicht mehr. Nach Daten der Direktbank comdirect waren vor allem Wirecard und Amazon gefragt – sowohl bei Käufern und mehr...

Anleihen Anleihen - Deutsche Börse führt das Segment „Green Bonds“ ein Die Frankfurter Börse hat ein neues Segment eingeführt. Damit soll der weltweit steigenden Nachfrage bezüglich nachhaltiger Kapitalanlagen bzw. Finanzierungsmöglichkeiten Rechnung getragen mehr...

Neue Märkte Neue Märkte - Marihuana-Freigabe demnächst auch in Mexiko Als drittes Land der Erde leitet Mexiko Schritte zur Legalisierung von Marihuana ein. Das dürfte den „green rush“ weiter anfachen und mit Aussicht auf einen Milliardenmarkt für Stimmung mehr...

Unser Newsletter

... informiert Sie über aktuelle Kapitalanlagen & Marktentwicklungen
social media